Unternehmensführung

Deutsche Bank kündigt Postbank-Übernahme an

Zugleich werde man eine Neubewertung der bestehenden Postbank-Beteiligung vornehmen müssen, teilte die Deutsche Bank am Sonntagnachmittag mit. Dies werde zu einer Ergebnisbelastung von voraussichtlich rund 2,4 Milliarden Euro im dritten Quartal führen.

Mit dem angekündigten Betrag fällt die Kapitalerhöhung größer aus als zuletzt spekuliert worden war. Für die Postbank-Aktien zahlt die Deutsche Bank außerdem weniger als erwartet. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots soll den Postbank-Aktionären ein Betrag in Höhe des gewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Postbank-Aktie während der letzten drei Monate angeboten werden. Der Preis dürfte in der Größenordnung von 24 bis 25 Euro je Aktie liegen, der genaue Mindestpreis muss noch von der BaFin ermittelt werden. Am Freitag war der Postbank-Kurs in Erwartung eines baldigen Übernahmeangebots um knapp 5 Prozent auf mehr als 27 Euro nach oben geschossen. Die Deutsche Bank hält derzeit 29,95 Prozent der Aktien der Deutschen Postbank AG.

Zur Finanzierung der Übernahme will die Deutsche Bank ihr Grundkapital erhöhen. Erwartet wird ein Bruttoemissionserlös von mindestens 9,8 Milliarden Euro. Das Grundkapital soll um voraussichtlich 790,1 Millionen Euro auf 2,3795 Milliarden Euro steigen. Die Kapitalerhöhung soll die geplante Konsolidierung der Postbank ermöglichen und außerdem die Kapitalbasis mit Blick auf regulatorische Änderungen und künftiges Wachstum stärken. Insgesamt sollen 308,6 Millionen neue Stammaktien ausgegeben werden. Ein Bankenkonsortium, das als Joint Bookrunners fungiert, hat die neuen Aktien der Deutschen Bank zum vorläufigen Bezugspreis von 31,80 Euro zu marktüblichen Bedingungen bereits fest übernommen. Dies garantiert einen Bruttoemissionserlös von mindestens 9,8 Mrd Euro. Der endgültige Bezugspreis wird in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung voraussichtlich am 20. September 2010 festgelegt und veröffentlicht werden.

Den Aktionären der Deutschen Bank wird das gesetzliche Bezugsrecht eingeräumt. Bei vollständiger Ausnutzung des genehmigten Kapitals würden die Aktionäre im Wege des sog. mittelbaren Bezugsrechts für zwei von ihnen gehaltene Aktien eine neue Aktie erwerben können (Bezugsverhältnis 2 : 1). In der Zeit vom 13. September 2010 bis einschließlich 16. September 2010 will die Deutsche Bank vorher noch eigene Aktien im Umfang von bis zu 3,1 Millionen Stück am Markt zurückkaufen, um die Anzahl der zum Bezug berechtigten Aktien zu reduzieren und das angegebene Bezugsverhältnis zu ermöglichen.

Der Beschluss über die Durchführung der Kapitalerhöhung soll voraussichtlich am 20. September 2010 getroffen werden, wie die Deutsche Bank weiter erläuterte. Vorbehaltlich der Billigung durch die BaFin soll am 21. September 2010 ein Wertpapierprospekt für das Angebot veröffentlicht werden. Aktionäre können in der Zeit vom 22. September bis einschließlich 5. Oktober 2010 ihre Bezugsrechte ausüben. Die Lieferung und Abrechnung der im Rahmen des Bezugsrechtsangebots bezogenen neuen Aktien erfolgt voraussichtlich am 6. Oktober 2010.

(BörseGo)


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