Unternehmensführung

Handelsbarrieren bremsen Dynamik im Außenhandel

Der „Außenwirtschaftsreport 2010“, eine Auswertung von Beratungsgesprächen der Außenwirtschaftsexperten aus den 80 Industrie- und Handelskammern, zeigt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die Hindernisse auf, mit denen deutsche Unternehmen im Auslandsgeschäft zu kämpfen haben. Der Umfang der Schwierigkeiten verstärke „den Eindruck, dass trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs in diesem Bereich in absehbarer Zeit leider nicht mit Lockerungen zu rechnen ist“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann, der Financial Times Deutschland.

Besonders gravierende Probleme verursachen der Untersuchung zufolge die hohen Sicherheitsstandards in den USA, die komplexen Zertifizierungsvorschriften in China und Russland sowie komplizierte Regelungen bei der Zollabfertigung weltweit.

Doch auch in Deutschland gebe es Schranken und Barrieren, betonte der DIHK-Präsident; die Exportvorschriften erschwerten den Unternehmen das Auslandsgeschäft. Etwa müssten deutsche Firmen bei Ausfuhrgenehmigungen länger auf Entscheidungen warten als ihre ausländischen Konkurrenten. Dies sei ein „erheblicher Wettbewerbsnachteil“.

Kooperationen mit Handelsvertretern

„Da ein Wiedereinstieg in Auslandsmärkte mit hohen Kosten verbunden ist, haben sich die meisten Unternehmen trotz zunehmender Probleme im internationalen Geschäft nicht komplett zurückgezogen“, berichtete Driftmann weiter. „Vielfach sind sie zumindest durch Kooperationen mit Handelsvertretern auf den ausländischen Märkten präsent geblieben.“ Zudem hätten viele Betriebe die Krise genutzt, um ihre Kostensituation zu überprüfen und sich im Auslandsgeschäft neu zu positionieren. Dies zahle sich nun aus.

„Wichtig wäre es jetzt, dass – wie im Koalitionsvertrag festgelegt – das Außenwirtschaftsrecht schlanker und übersichtlicher gestaltet wird“, forderte Driftmann. „Im Bereich der Ausfuhrgenehmigungen ist eine Harmonisierung auf EU-Ebene anzustreben, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen sicherzustellen.“

Studie als Download

http://www.dihk.de/inhalt/informationen/news/meldungen/meldung012797.html


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