Personal

Zusatzleistung sind für Mitarbeiterbindung immer wichtiger

Die Gehälter der Leitenden Angestellten in Deutschland sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen. Dies ist mehr als erwartet. Hatten die Unternehmen doch im Vorjahr von 2009 auf 2010 eine Nullrunde prognostiziert. In diesem Jahr sind die Unternehmen bei den erwarteten Gehaltserhöhungen zurückhaltend. Prognostiziert werden Grundgehaltserhöhungen zwischen ein und zwei Prozent. Durchschnittlich 97.000 Euro verdienen Leitende Angestellte der zweiten Ebene, während ihre Kollegen auf der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung Jahresgesamtbezüge in Höhe von 132.000 Euro erhalten. Dies sind Ergebnisse der Vergütungsstudie „Leitende Angestellte 2010“ der Managementberatung Kienbaum. Dazu wurden 731 Unternehmen befragt und die Vergütungsdaten von 6.528 Führungskräften der ersten und zweiten Ebene erfasst. „Die Grundgehälter steigen nur leicht. Stattdessen wird die leistungsabhängige Zusatzvergütung immer wichtiger. Das zahlt sich für beide Seiten aus: Das Unternehmen kann je nach Ertragslage und individueller Leistung variabel vergüten und die Führungskräfte können ihr Gehalt durch überdurchschnittliches Engagement deutlich erhöhen“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser.

Topverdiener kaufmännischer Gesamtleiter
Die Spannbreite der Jahresgesamtbezüge von Führungskräften ist in der Praxis außerordentlich groß: Sie reicht in Einzelfällen von unter 50.000 Euro bis über 500.000 Euro. 44 Prozent aller Führungskräfte liegen in den Gehaltsklassen 50.000 bis 100.000 Euro. 36 Prozent verdienen zwischen 100.000 und 150.000 Euro, 17 Prozent verdienen mehr. Die Spitzenreiter in der Gehaltsrangliste sind wie im Vorjahr die Gesamtleiter der kaufmännischen Bereiche: Führungskräfte in dieser Position erhalten durchschnittlich 157.000 Euro pro Jahr. Im Verkaufsinnendienst werden Leitende Angestellte hingegen im Durchschnitt nur mit 78.000 Euro vergütet.

Chemieunternehmen zahlen am meisten
Die Größe des Unternehmens beeinflusst ebenfalls die Gehaltshöhe: In Firmen mit einem Umsatz von 25 bis 50 Millionen Euro erhalten Leitende Angestellte der ersten Ebene durchschnittlich 112.000 Euro im Jahr, während eine Tätigkeit auf derselben Hierarchieebene in Unternehmen mit einem Umsatz von 500 bis 1.500 Millionen Euro mit 146.000 Euro jährlich vergütet wird. Spitzengehälter erzielen Führungskräfte der ersten Ebene in der Chemiebranche und der Mineralölverarbeitung mit 161.000 Euro, während in der Bauwirtschaft nur durchschnittlich 117.000 Euro an Leitende Angestellte der ersten Ebene gezahlt werden.

Zusatzleistungen werden wichtiger
Im Rahmen der Mitarbeiterbindung werden Zusatzleistungen in den Vergütungspaketen Leitender Angestellter wichtiger. Die betriebliche Altersvorsorge ist die wichtigste, allerdings für die Unternehmen auch die teuerste Zusatzleistung. Die betriebliche Altersvorsorge ist insbesondere für Führungskräfte von Bedeutung. Entsprechend bieten 71 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Führungskräften eine betriebliche Altersvorsorge. Daneben sind Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge entscheidende Faktoren. Ein Viertel aller Führungskräfte erhält beispielsweise eine anteilige bis volle Kostenrückerstattung von medizinischen Check-ups. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein wichtiger Bestandteil des Vergütungspaketes: 15 Prozent der ersten und zehn Prozent der zweiten Ebene haben eine solche Absicherung durch ihr Unternehmen. Auch die Verbreitung von Firmenwagen bleibt auf hohem Niveau: So fahren 60 Prozent aller Führungskräfte einen Firmenwagen. Die Frage der Privatnutzung des Firmenwagens wird bei den erfassten Führungskräften großzügig gehandhabt: Privatfahrten sind auch im Ausland zu 91 Prozent unbegrenzt gestattet.

Auf der ersten Ebene wird mehr variabel vergütet
Auch Verbreitung und Höhe der variablen Vergütung sind je nach Hierarchieebene unterschiedlich. 91 Prozent der Führungskräfte auf der ersten Ebene und 86 Prozent auf der zweiten Ebene sind tantiemeberechtigt. Im Durschnitt erzielten Leitende Angestellte der ersten Ebene Bonuszahlungen in Höhen von 29.000 Euro und Mitarbeiter der zweiten Ebene 16.000 Euro. Fünf Prozent (erste Ebene) beziehungsweise sechs Prozent (zweite Ebene) der Führungskräfte erhielten für das Jahr 2009 wegen Nichterreichung der Ziele keine Zahlung. „Bei Leitenden Angestellten der ersten Ebene spielt die variable Vergütung eine wesentlich größere Rolle als auf der Ebene darunter. Das bedeutet zum einen mehr Risiko, zum anderen aber auch die Möglichkeit, das Salär überdurchschnittlich zu steigern. Die seit Jahren größeren Gehaltserhöhungen für Führungskräfte der ersten Ebene zeigen, dass diese Rechnung aufgeht“, sagt Kienbaum-Berater Näser.


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