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Stimme und Aussprache richtig trainieren

Bereits als Kind sind viele von uns zurechtgewiesen worden, weil wir zu laut oder zu viel gesprochen haben. „Sei doch jetzt mal still“, oder „Halt den Mund“ haben viele von uns zu Hause gehört. Dabei war das der Zeitpunkt, als unsere Stimme ausgebildet wurde. Sprechen wir heute zu viel mit hoher, piepsiger oder gar tiefer Stimme, kann das zu Heiserkeit, chronischen Halsschmerzen oder im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall kommen. Neun Tipps, wie Sie Ihre Stimme und Ihre Aussprache trainieren können.

  1. Erlernen Sie die Tiefenatmung: Nervöse Menschen tendieren zur Hochatmung. Sie atmen dabei in den Brustkorb und heben die Schultern an. Bei der Tiefenatmung dagegen müssen Sie tief in den Bauch atmen, so dass sich dieser dehnt. Brustkorb und Schulter bleiben dabei ruhig. Durch die Tiefenatmung bekommt Ihre Stimme einen besseren Resonanzboden und wirkt ruhiger und tiefer.
  2. Erden Sie sich: Wenn Sie vor einer größeren Menge von Leuten oder Ihrem Chef sprechen müssen und nervös sind, sollten Sie sich vorher erden: Tun Sie dies, in dem Sie mehrere Male kräftig auf den Boden stampfen oder eine symbolische Wurzel von Ihrem Körper, durch den Boden in die Erde wachsen lassen. Durch diese kleinen Tricks haben Sie eine bessere Bodenhaftung und sind ausgeglichener.
  3. Lockern Sie Ihren Kiefer: Damit Ihnen das Sprechen vor einem großen Auftritt leichter fällt, sollten Sie Ihren Kiefer lockern. Gut ist auch, für kurze Zeit ein Kaugummi zu kauen, weil dadurch die gleichen Muskeln wie beim Sprechen gelockert werden.
  4. Kontrollieren Sie Ihr Sprechtempo: Wenn Sie sprechen, machen Sie bewusst nach jedem Satz eine Pause. Dadurch verlangsamen Sie automatisch Ihr Sprechtempo.
  5. Denken Sie beim Sprechen mit: Kommunikation darf nie einseitig sein. Deswegen sollten Sie beim Sprechen mitdenken: Hat der andere mich verstanden? Kann ich noch etwas ergänzen? Habe ich seine Fragen zu seiner Zufriedenheit beantwortet? Kleiner Tipp: Beobachten Sie mal Politiker in einer Talkshow: Oft ist es der Fall, dass Politiker nicht wirklich die Fragen des Moderators beantworten, sondern mit Worthülsen um sich werfen. Das Gespräch ist meist nicht für beide Seiten befriedigend.
  6. Vermeiden Sie „ehs“ und „ähms“ beim Sprechen: Sprechen Sie einen Text auf Band und hören Sie Ihn ab. Wenn Sie feststellen, dass Sie ein „eh“ oder „ähm“ in einen Satz mit eingebaut haben, stoppen Sie das Band an der Stelle, und nehmen Sie den Satz erneut auf. Wiederholen Sie die Aufnahmen, bis Sie den Text ohne „ehs“ und „ähms“ auf Anhieb gesprochen haben.
  7. Seien Sie authentisch: Es wird immer gesagt, dass Gesten das gesprochene Wort untermalen. Bringen Sie aber nur Gesten in Ihren Text, die wirklich zu Ihnen gehören. Übertriebene, einstudierte Gesten wirken wenig authentisch.
  8. Trainieren Sie sich eine deutliche Aussprache an: Deutliche Artikulation kann einstudiert werden. Nehmen Sie einen Korken zwischen die Vorderzähne, und lesen Sie einen Text laut vor. Durch diese Übung lernen Sie, sich deutlich zu artikulieren.
  9. Achten Sie auf Ihre Betonung: Wenn Sie eine Rede von einem Manuskript ablesen, sollten Sie den Text sinnvoll betonen. Nur so wird es Ihnen gelingen, die Zuschauer in Ihren Bann zu ziehen. Als Hilfsmittel ist es sinnvoll, wenn Sie – bevor Sie die Rede halten – Betonungszeichen bei Ihrem Manuskript über bestimmte, zu betonende Worte schreiben.

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