Unternehmensführung

Deutsche Wirtschaft erholt sich zunehmend

Starke außenwirtschaftliche und fiskalische Impulse, die günstige Beschäftigungsentwicklung sowie erhebliche witterungsbedingte Nachholeffekte ermöglichten ein außergewöhnlich kräftiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal von preis-, kalender- und saisonbereinigt +2,2 %. Mit rund 60 % lieferte die inländische Verwendung einen deutlichen Wachstumsbeitrag. Sowohl die Belebung der Investitionen in Ausrüstungen und Bauten als auch die privaten Konsumausgaben trugen hierzu bei. Darüber hinaus kamen spürbare Impulse vom Außenbeitrag. Von der Entstehungsseite trugen vor allem das Produzierende Gewerbe einschließlich Baugewerbe sowie der Dienstleistungsbereich „Handel, Gastgewerbe und Verkehr“ zum Wachstum bei. Insgesamt verbreiterte sich die Basis der Auftriebskräfte merklich und die selbsttragenden Einflüsse gewannen an Bedeutung.

Unsicherheit relativ ausgeprägt

Im zweiten Halbjahr werden zum einen die Sondereinflüsse, die im zweiten Quartal stützend wirkten, abklingen oder entfallen. Zum anderen ist von einer Abschwächung des Expansionstempos der Weltwirtschaft auszugehen. Die dadurch ruhigere Gangart wird bereits durch die vorliegenden Konjunkturindikatoren angezeigt. Die Stimmung in der Wirtschaft ist nach den einschlägigen Indikatoren nach wie vor zuversichtlich, aber weniger ausgeprägt als zuvor. Auch die jüngsten Daten über die Entwicklung von Produktion und Auftragseingang bleiben hinter den außerordentlich starken Ergebnissen des Frühlings zurück. Die Weltwirtschaft hat möglicherweise den Zenit der Expansion überschritten, sie wird aber auch nach Einschätzung der großen internationalen Organisationen weiter expandieren und Impulse liefern. In der Tendenz zeigen die Konjunkturindikatoren eine Fortsetzung des Erholungsprozesses der deutschen Wirtschaft im zweiten Halbjahr an. Nicht zu vernachlässigen ist allerdings, dass die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft wie auch der Weltwirtschaft angesichts der vielfältigen Risiken nach wie vor hoch ist.

Große Auslandsnachfrage

Nach der außergewöhnlich kräftigen Belebung im Frühjahr verlief die Produktionstätigkeit im Produzierenden Gewerbe in den Sommermonaten wieder in merklich ruhigeren Bahnen. Die Industrieproduktion blieb nach dem starken Aufwuchs im zweiten Quartal im Juli mit +0,0 % gegenüber dem Vormonat unverändert. Dennoch lag der Ausstoß der Industrie im Juli im Dreimonatsvergleich weiterhin um 4,9 % über der Vorperiode. Die Aussichten für die Industrie bleiben positiv. Die Bestelltätigkeit schwankt derzeit im Rhythmus der Großaufträge. Im Juli nahmen die Auftragseingänge gegenüber der Vorperiode um 2,2 % ab. In der Tendenz bleibt ihre Entwicklung aber aufwärts gerichtet. So lagen die Neuaufträge im Juli im Dreimonatsvergleich um 5,1 % über der entsprechenden Vorperiode. Dabei ist die Nachfrage aus dem Ausland gegenwärtig lebhafter als die Inlandsnachfrage. Aber auch das ifo-Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe ist weiterhin aufgehellt.


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