Wirtschaft & Politik

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist überraschend gut

Wie auch in den Vormonaten hat sich die Beurteilung der aktuellen Lage verbessert, die Erwartungshaltung für das nächste halbe Jahr aber nachgegeben. So hat sich der entsprechende Index der Geschäftserwartungen von 105,2 Punkten im Vormonat auf 103,9 Punkte im September eingetrübt. Erwartet wurde dennoch ein etwas kräftigerer Rückgang auf 103,7 Punkte. Der Indikator für die Geschäftslage liegt hingegen mit 109,7 Punkten über den Markterwartungen. Prognostiziert hatten Ökonomen einen Wert von 108,9 Punkten.

„Das konjunkturelle Hoch hält an“, kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die neuen Umfrageergebnisse. Im Einzelhandel werde die Lage sogar besser eingeschätzt als je zuvor seit dem Vereinigungsboom.

Unterm Strich hat sich Stimmung in der deutschen Industrie in den vergangenen Monaten den Sorgen um eine Eintrübung der Weltkonjunktur getrotzt. Zwar sanken die vergleichsweise stark vorgelaufenen Einkaufsmanagerindizes deutlich, doch blieben sie noch im expansiven Bereich. Zudem lieferte der ifo-Geschäftsklimaindex in den vergangenen drei Monaten durchgängig positive Überraschungen, weil sich unerwartet viele der befragten Unternehmen trotz der schon guten Lagebeurteilung immer noch eine weitere Konjunkturverbesserung vorstellen konnten.

Wegen nachlassender Impulse vom Außenhandel scheint sich die Wachstumsdynamik aber generell abzuschwächen. Im zweiten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft mit einem Rekordwert von 2,2 Prozent gewachsen. Ökonomen sehen das Stimmungshoch der deutschen Unternehmen mittlerweile überschritten. „Das Ifo-Geschäftsklima ist, gemessen an der Entwicklung im Vorjahresvergleich, auf einem Hoch angekommen und wird sich perspektivisch wieder abkühlen“, heißt es bei der DekaBank. Für die Lagebeurteilung, die auf einem sehr hohen Niveau notiert, geht die DekaBank in den kommenden Monaten von einer schwankungsanfälligen Seitwärtsbewegung aus.

Das Ifo-Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage bei rund 7.000 Unternehmen.

(BörseGo)


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