Den Büro-Alltag gestalten

Der neue Kaffeekult oder „Tod der Filtermaschine“

Der Kaffekult ist auch im Büroalltag nicht mehr wegzudenken. Foto: ©belchonock/Depositphotos.com

Kaffee chemisch erklärt

Der Effekt ist dabei aber keine bloße Einbildung, sondern lässt sich durchaus wissenschaftlich nachweisen. Das Koffein wirkt tatsächlich und belebt unsere Sinne. Das ist im Prinzip ganz einfach erklärt, denn Koffein ist auf molekularer Ebene genauso aufgebaut wie der körpereigene Stoff Adenosin. Im Zusammenspiel mit den dazugehörigen Rezeptoren, das heißt den Empfängern, die die Wirkung von Adenosin umwandeln, werden wir müde. Dockt aber das Koffein an den Adenosinrezeptor an, passt es zwar auch genau dazu, verhindert aber die Weitergabe des Müdigkeitssignals. Trinken wir Kaffee beispielsweise nach der Mittagspause, so wird der Stoff, der die Müdigkeit verursacht , Adenosin, blockiert und schon werden wir wach und aufmerksam und steigern unsere Leistung im Arbeitsalltag.

Von der Plantage in die Königshäuser und von dort in unseren Alltag

Der regelmäßige Kaffeekonsument ist quasi ein „aufgewecktes Kerlchen“, doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle beim Kaffeekonsum. Die vielen wunderbaren Aromen, die sich je nach Röstung, Zubereitung und Bohnensorte beim Zubereiten entwickeln und unsere Nasen verführen, sind legendär. Die Mischung unterschiedlichster Aromastoffe spricht dabei gleichermaßen und Geruchs- als auch Geschmacksinn an. Doch Kaffee selbst war schon immer ein Luxusgut. Früher war er einer reichen Oberschicht vorenthalten, da der Import aus Ländern wie beispielsweise Kolumbien oder Brasilien teuer und riskant war. Heute gehört er fest zum Lifestyle dazu und auch im Büroalltag ist er ein treuer Begleiter.

Trendprodukt Kaffee

Kaffee begeistert nach wie vor die breite Bevölkerungsschicht. Um die Nachfrage hochzuhalten lässt man sich immer neue Mischungen, Varianten und Zubegreitungsformen einfallen. Kaffee als Trend- und Lifestyleprodukt ist seit Jahren fester Bestandteil unserer Gesellschaft und auch in Büros gibt es die unterschiedlichsten Arten der Kaffeezubereitung.

Kapsel- und Padmaschinen sorgten vor ein paar Jahren für eine Revolution, denn plötzlich konnte man den leckeren Kaffee, den uns sonst nur die Barista im Café unserer Wahl kredenzte, beinahe identisch nachbrühen. Neue, für die private oder die Büro-Küche geeignete Maschinen, ließen uns mit Milchzubereitungen im Latte-Macchiato-Himmel schweben, die individuelle Kaffeetasse am Morgen oder tagsüber war auf einmal gefüllt mit dem leckersten Cappuccino.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten und viele, die den Filterkaffee bereits für tot erklärt hatten, werden mit den neuesten Trends eines Besseren belehrt. Das Problem mit den Kapsel- und Padmaschinen ist nämlich der immens hohe Müll der pro Tasse anfällt. Da kommen selbst die Hipster nicht umhin, ihre Liebe zum Kaffee zu überdenken. Natürlich nennt man den aufgebrühten Kaffee heute nicht mehr Filterkaffee. Die neue, moderne Bezeichnung heißt „Pour over“, das heißt überbrüht. Und auch dünnen Blümchenkaffee wollen wir trotz allem nicht mehr in unseren Tassen haben. Filterkaffee ja, aber bitte aromatisch, ausgewogen und bekömmlich muss er sein. Das wird mit sehr hellen Röstungen erreicht, mit qualitativ hochwertigen Kaffeebohnen und Geduld bei der Zubereitung.

Kalter Kaffee ist auf einmal hip

Die Geduld benötigt man vor allem beim neusten Trend – dem „Cold Brew“. Hier wird der gemahlene Filterkaffee mit kaltem Wasser übergossen und zirka 12 Stunden zum Durchziehen stehen gelassen. Das hat zur Folge, dass der „kalte Kaffee“ zwar weniger Koffein und weniger Säure, dafür aber mehr ausgewogene Aromen vorweisen kann als sein heißes Pendant.

Alternativen im Arbeitsalltag zum Kaffee

Wer hin und wieder einmal auf das koffeinhaltige Heißgetränk verzichten möchte, kann zwischen verschiedenen Alternativen wählen. Ein großes Glas Weizengrassaft am Morgen vor dem Büro macht ebenso wach wie der grüne Matcha Latte. Dieser besteht aus den gemahlenen Blättern der Tencha-Teepflanze und erlebt in Hollywood gerade einen wahren Boom. Das Teepulver wird mit 80 Grad heißem Wasser übergossen, schaumig gerührt und mit Sojamilch serviert.

Auch der südamerikanische Mate-Tee ist eine gute Alternative zum Kaffee, jedoch ist der Geschmack gewöhnungsbedürftig. Als süß-sauer und ein wenig rauchig wird er oft beschrieben, das Aroma entfaltet sich hierbei durch mehrmaliges Überbrühen der Teeblätter mit heißem Wasser. Wer es ganz klassisch mag, der greift auf den Earl Grey Tee mit einem Schuss Zitrone und einen Spritzer Milch zurück – denn auch beim Tee lässt es sich gut mit den Kollegen plauschen.


Auch auf Onpulson

Mehr zum Thema

,

0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!