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Frauen in der Geschäftsführung – machen sie den Unterschied?

Die deutschsprachige Professorin Renée Adams ist die erste Frau in Australien, die eine Professur in Finanzen übernommen hat – an der University of Queensland Business School. So verwundert es auch nicht, dass gerade sie diejenige war, die sich in einer neu veröffentlichten Studie der Frage widmete, inwiefern die Besetzung von Frauen in der Geschäftsführung Veränderungen für Unternehmen nach sich zieht. Dabei hat sie herausgefunden, dass Frauen offenbar die Beobachtungsleistung der Geschäftsführung deutlich verbessern.

Laut Prof. Adams beweist die Studie empirisch das, was bis dato eine weitgehend ideologische Debatte war – die unterschiedlichen Führungsstile und –qualitäten zwischen Frau und Mann. „Auf der ganzen Welt stehen die Geschäftsführungen unter dem Druck, mehr Frauen einzustellen, wobei einige Länder in der Gesetzgebung Quoten festlegen, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen“, betont Adams. So müssen seit Januar letzten Jahres Unternehmen in Norwegen sicherstellen, dass mindestens 40 Prozent der Führungskräfte weiblich sind. Und auch Spanien folgt dem Beispiel mit eineQuote von 40 Prozent, die im Jahre 2015 in Kraft treten wird. Schweden sieht vor, dasselbe zu tun.

Frauen haben bessere Beobachtungsleistung

Doch Frauen in Führungspositionen haben nicht nur einen symbolischen Wert. Gemäß der Studie wird es eine spür- und messbare Verbesserung der Beobachtungsleistung jener Geschäftsführungen geben, die verstärkt Frauen einbeziehen.

„Wir haben gezeigt, dass Frauen im Vorstand einen signifikanten Einfluss auf das Engagement der Geschäftsführung sowie deren Geschäftsergebnisse nehmen. In vielen US-amerikanischen Firmen haben wir Geschäftsführerinnen angetroffen, die viel präsenter sind als ihre männlichen Kollegen“, sagt Adams. Darüber hinaus ergibt die Studie, dass männliche Geschäftsführer häufiger anwesend sind, je größer der Frauenanteil in der Geschäftsführung ist. Außerdem sind Frauen öfter in Kontrollgremien anzutreffen als Männer. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Geschäftsführungen mit einem Frauenanteil durch eine größere Aufsichtsleistung auszeichnen.

Studie spricht sich nicht für Quote aus

„Mit diesem Ergebnis soll allerdings keinesfalls das Argument der Quoten gestützt werden, da eine verstärkte Beobachtung in gut geführten Unternehmen auch kontraproduktiv sein könnte“, gibt Adams zu bedenken. Entsprechend beurteilt die Studie im Ergebnis die durchschnittliche Auswirkung von „Gender-Diversity“ auf den Unternehmenserfolg als eher negativ. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine verbindliche Frauenquote auf Direktionsebene den Wert gesunder und gut geführter Unternehmen reduzieren können“, so Prof. Adams.

Letztlich steht das Forschungsteam auf dem Standpunkt, dass Entscheidungen über die Zusammensetzung des Vorstandes fernab der Quote auf betrieblicher Ebene getroffen werden müssen, unter Berücksichtigung weiterer Kriterien und anderer Merkmale des Vorstandes.


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