Managementansatz

Nachhaltige Unternehmensführung – was steckt dahinter?

Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Foto: @geralt/Pixabay.com

Unternehmensführung bedeutet, unterschiedliche Menschen so anzuleiten, dass sie durch gemeinsame Strukturen, Werte und Ziele gemeinsame Leistungen vollbringen und auf Veränderungen reagieren können. Aus- und Weiterbildung sind dabei wichtige Elemente. Jedes Unternehmen hat dabei ein ganz individuelles Wertegerüst, das mit der Zeit organisch gewachsen ist. Die Unternehmensführung ist dabei Vorbild und Orientierung für die Mitarbeiter und lebt diesen Wertekanon. Eine Führungskraft muss daher die komplexen internen und externen Teilnehmer so zusammenführen, dass die Mitarbeiter damit umgehen können. Dabei hängt die Anerkennung der Führungskräfte davon ab, wie sie die Unternehmenswerte jeden Tag vorleben.

Führung als gemeinschaftlicher Prozess, der alle Teilnehmer integriert

Die Komplexität wächst heutzutage ständig. Führung wird dadurch mehr und mehr zu einem gemeinschaftlichen Prozess, der die verschiedenen Perspektiven und Talente integriert. Gesellschaftlich ist das Leitbild der Nachhaltigkeit breit akzeptiert. Dieses Konzept bietet eine wertvolle Orientierung und dient der Zukunftssicherung für das Unternehmen. Dazu gehört es nicht nur, mit Blick auf die Gesellschaft und nachfolgende Generationen zu wirtschaften. Dies gilt beispielsweise auch für die Auswahl der Geschäftspartner, wie die Bank oder Lieferanten. So ist zum Beispiel die Ethikbank, eine ethisch-ökologische Direktbank, ein idealer Partner. Sie unterscheidet sich von anderen Banken beispielsweise dadurch, wie sie mit dem Geld der Kunden umgeht. Die Bank legt detailliert offen, wie und wo sie das Geld der Kunden anlegt, dabei kommen strenge Anlagekriterien zur Anwendung.

Was das Konzept nachhaltige Unternehmensführung umfasst

Das Konzept von CSR hat der Arbeitskreis Nachhaltige Unternehmensführung der Schmalenbachgesellschaft für Betriebswirtschaft in zehn Thesen zusammengefasst. Im “Nachhaltigkeitskodex” des Rates für nachhaltige Entwicklung sind alle Aspekte aufgeführt.

Dabei ist

  • Werteorientierung die Grundlage für die strategische Unternehmensführung
  • Führung als Tugend zu verstehen
  • eine kompetente und unabhängige Aufsicht zu wählen
  • in Vertrauenswürdigkeit zu investieren
  • die Erschaffung neuer Arbeitswelten ein Ziel
  • der sorgsame Umgang mit Umweltressourcen wichtig
  • die Wahrnehmung von Risiken und die Herstellung von Verbindlichkeiten erstrebenswert
  • nach Störfällen die Selbsterneuerungskraft zu aktivieren
    auf transparente Berichterstattung zu achten.

Nachhaltiges Wirtschaften – gesellschaftliche Verantwortung übernehmen

Das Konzept der Corporate Social Responsibility umfasst gesellschaftliche Verantwortung im Sinn von nachhaltigem Wirtschaften. Foto: @skeeze/Pixabay.com

Corporate Social Responsibility steht für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Dabei ist gesellschaftliche Verantwortung im Sinn von nachhaltigem Wirtschaften zu verstehen. Diese Verantwortung besteht intern, beispielsweise gegenüber den Mitarbeitern. Hier sind Themen wie Motivation, Innovation, Recruiting, Effizienz oder Changemanagement von Belang. Aus der externen Perspektive betrachtet, das heißt in Bezug auf Endverbraucher, Zulieferer, Behörden, Handelspartner, NGOs usw. gilt dies genauso. Dabei spielen nicht nur ökologische Aspekte eine große Rolle. Das Konzept umfasst auch ökonomische und soziale Aspekte. Es gibt einige international anerkannte Referenzdokumente, wie die „ILO-Grundsatzerklärung über Unternehmen und Sozialpolitik“, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen oder die „UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“. Ganz konkret geht es dabei um mitarbeiterorientierte Personalpolitik, um faire Geschäftspraktiken, den sparsamen Einsatz natürlicher Ressourcen, den Schutz von Umwelt und Klima und ein ernst gemeintes, lokales Engagement sowie Verantwortung bis in die Lieferkette.

Begriffsabgrenzung – CSR, Nachhaltigkeit, CR

CSR und Nachhaltigkeit verwenden viele synonym. Die einen Unternehmen reden von Nachhaltigkeitsstrategie oder -bericht. Für andere ist es die CSR-Strategie oder der CSR-Bericht. In der Wirtschaftstheorie ist der Begriff CSR konzeptionell enger gefasst als Nachhaltigkeit. Corporate Social Responsibility steht für den spezifischen Beitrag, den jedes Unternehmen zur Nachhaltigkeit und zum nachhaltigen Wirtschaften leisten kann. Darüber hinaus findet auch der Begriff CR für Corporate Responsibility Verwendung, ebenfalls als Synonym für CSR. Für einige Autoren ist CR allerdings nur die wirtschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit. Fragen der Unternehmensführung stehen hierbei mehr im Vordergrund als bei CSR. Im Gegensatz zum deutschen Sprachgebrauch steht der Begriff social im Englischen nicht für sozial, sondern für gesellschaftlich. Daher findet die Abkürzung CR in Deutschland breite Verwendung, einfach um Missverständnissen vorzubeugen.

Fazit

CSR lässt sich im eigenen Unternehmen nur umsetzen, wenn ein direkter und klarer Bezug zur Geschäftstätigkeit besteht. Unternehmen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung als Zusatzleistung, als Add-on, verstehen, setzen das Konzept nicht vollständig um. Wesentliche Aspekte bleiben dabei unbeachtet, denn es geht nicht nur um Energieeffizienz und Mindeststandards in der Lieferkette.


0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!