Unternehmensführung

Weniger ausländische Investoren in Deutschland

Der Standort-Trend Report zeigt jedoch auch, dass es bereits Ende 2009 wieder aufwärts ging – die Krise scheint damit überraschend schnell überwunden. Deutschland zählte aber auch im Krisenjahr 2009 zu den größten Auslandsinvestoren und belegte Rang zwei hinter den USA. Deutsche Unternehmen haben am häufigsten in den USA investiert, China und Indien folgen als Investitionsziele auf den Plätzen zwei und drei. Im Gegenzug investieren chinesische Firmen immer häufiger in Deutschland: das Land ist schon die Nummer vier unter den Auslandsinvestoren in Deutschland. Insgesamt sind die Auslandsinvestitionen weltweit um 20 Prozent zurückgegangen.

„Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass im Jahr der Krise vor allem größere Projekte auf die lange Bank geschoben worden sind“, sagt Roel Spee, zuständig für internationale Standortstrategien bei der Unternehmensberatung IBM Global Business Services. „Darunter hat in Europa vor allem der Standort Deutschland am stärksten gelitten. Darüber hinaus lässt sich sehr gut erkennen, dass sich die ökonomischen Verhältnisse weiter verschieben: Der Abstand zwischen dem weltweit wichtigsten Verbrauchermarkt USA und dem zahlenmäßig größten Verbrauchermarkt China verringert sich ständig. Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren enormen Einfluss auf das internationale Investitionsverhalten haben.“

China als Investor

China ist nicht nur ein großer Empfänger von Investitionen aus dem Ausland, sondern inzwischen selbst auch ein bedeutender Investor: In der Rangliste der weltweit wichtigsten Investoren ist China im vergangenen Jahr von Platz zwölf auf acht vorgerückt. Top-Investitionsziel für chinesische Unternehmen ist Indien, gefolgt von den USA und Großbritannien. Deutschland liegt weltweit auf Platz 13 der bevorzugten Zielländer. Aus deutscher Perspektive war das Land im vergangenen Jahr die Nummer vier unter den Auslandsinvestoren.

Investitionen in und aus Deutschland

Insgesamt flossen deutlich weniger Investitionen nach Deutschland als von hier aus getätigt werden. So belegt Deutschland unter den weltweit größten Auslandsinvestoren auch weiterhin den zweiten Platz hinter den USA. In fast 1000 Projekten wurden 85.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, wobei mehr als ein Drittel der deutschen Investoren aus der Auto- und Verkehrsbranche kommt. Umgekehrt wurde hierzulande im vergangenen Jahr deutlich weniger investiert: 2009 entstanden durch ausländische Investitionen in 517 Projekten insgesamt nur rund 10.660 Arbeitsplätze, über die Hälfte weniger als noch in 2008.

Berlin ist unter den deutschen Städten der Gewinner, in der internationalen Städterangliste reicht es jedoch nur für einen 38. Platz. London, Shanghai und Paris sind die drei Top-Destinationen. Unter den deutschen Bundesländern ist das Investitionsziel Nummer Eins Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg. Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein entwickelten sich gegen den vorherrschenden Trend und zogen mehr Auslandsinvestitionen an als im Jahr zuvor.


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