Mitarbeiter motivieren

Anerkennung und Wertschätzung: Erfolgskriterien für Performance und Produktivität

Vorgesetzte verweigern Wertschätzung und Anerkennung oft auch, weil ihnen der Mitarbeiter wenig sympathisch ist und die „Chemie“ nicht stimmt. Foto: ©feedough/Depositphotos.com

Diverse Studien untermauern, dass Anerkennung und Wertschätzung zentrale Kriterien für Performance und Produktivität der Mitarbeiter sind. „Heise-Online“ berichtete beispielsweise schon 2013, dass sich die Arbeitsergebnisse der Belegschaft durch eine ernst gemeinte Wertschätzung um 17 Prozent steigern lassen. Sie als Führungskraft müssen dazu nur einige Denkfehler abstellen.

Die Frage der Anerkennung: Fehlerhafte Wahrnehmung der Führungskräfte

Vorgesetzte sind in der Regel der Meinung, dass ihre Mitarbeiter sehr wohl Anerkennung von ihnen bekommen: in der Form des Gehalts und etwaiger Vergünstigungen wie zum Beispiel eines Firmenwagens oder durch Rabatte auf die Angebote des Unternehmens. Dies ist jedoch nur teilweise richtig und Zeichen einer falschen Wahrnehmung.

Mitarbeiter bewerten das Gehalt sowie Vergünstigungen oder Privilegien als Anerkennung dafür, dass sie ihren Arbeitsvertrag erfüllen. Mangelt es an persönlicher Wertschätzung, etablieren die Führungskräfte eine destruktive Arbeitskultur: Ihre Angestellten sind dazu bereit, ihren Arbeitsvertrag zu erfüllen. Sie werden jedoch nichts leisten, was darüber hinausgeht. Es entsteht keine Identifikation mit dem Arbeitgeber, die Bildung des für Innovationen und erstklassige Leistungen so unverzichtbaren „Wir-Gefühls“ bleibt aus. Die Arbeitnehmer haben gegenüber dem Arbeitgeber in etwa das Verhältnis, das Sie zu der Bank haben, bei der Sie einen Kredit tilgen. Sie erfüllen Ihre Verpflichtungen, aber auch nicht mehr.

Wertschätzung und Anerkennung kosten nichts

Vorgesetzte verweigern Wertschätzung und Anerkennung häufig auch deshalb, weil es beispielsweise auf der persönlichen Ebene mit dem jeweiligen Mitarbeiter nicht passt. Sie kennen dieses Problem vermutlich aus eigener Erfahrung. Wenn Sie eine Person nicht mögen, fragen Sie sich leicht, warum Sie dessen Ego auch noch streicheln sollten. Sie sollten dazu allerdings folgenden Gedanken haben: Persönliche Wertschätzung und Anerkennung kosten Sie nichts außer etwas Unbehagen. Außerdem zeigen Studien, dass ehrlich gemeintes Lob von Vorgesetzten, mit denen man persönlich ein schwieriges Verhältnis hat, besonders motivierend wirkt. Diese Mitarbeiter haben das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden. Häufig lösen sich die persönlichen Probleme durch diese Strategie zudem auch in Wohlgefallen auf. Potenzielle oder bereits ausgebrochene Konflikte werden auf diese Weise entschärft.

Die vier Formen der Wertschätzung

Wertschätzung und Anerkennung können in vier Formen gegeben werden, die Sie alle bei einer passenden Gelegenheit umsetzen sollten:

1. Emotionale Wertschätzung:

Seien Sie freundlich, grüßen Sie bei Ihrer Ankunft und zum Abschied – höfliches Verhalten sorgt für eine produktive Atmosphäre.

2. Würdigende Wertschätzung:

Geben Sie positives Feedback, loben Sie und heben Sie starke Arbeitsergebnisse auch öffentlich hervor. Bei unzureichenden Arbeitsergebnissen suchen Sie das Vier-Augen-Gespräch, setzen Sie sich fair mit den Problemen auseinander und geben Sie konstruktive Hilfestellungen. Zu harsche Kritik führt bei Ihrem Gegenüber zu einer totalen Verweigerungshaltung.

3. Praktische Wertschätzung:

Unterstützen Sie Ihre Angestellten bei Ihren Projekten und Tipps und Mitarbeit. Geben Sie ab und zu eine kleine Überraschung: Spendieren Sie Ihrem Projektteam beispielsweise eine Pizza, wenn es wieder einmal Überstunden machen muss.

4. Persönliche Wertschätzung:

Sie lernen Ihre Mitarbeiter im Laufe der Zeit auf einer persönlichen Ebene kennen. Nutzen Sie dies und etablieren Sie bestimmte Formen der Wertschätzung: Geben Sie beispielsweise von sich aus am Geburtstag der Kinder oder Ehepartner Ihrem Mitarbeiter frei. Wenn Sie von persönlichen Krisen wie schweren Krankheiten in der Familie erfahren, bieten Sie Gleitzeiten an, um Unterstützung zu geben. Zeigen Sie Interesse. Gerade in Krisenzeiten ist es für die Menschen unglaublich wichtig, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist. Machen Sie dies deutlich. So werden Sie extrem loyale und leistungsstarke Mitarbeiter bekommen.

Integrative Anerkennung: Eine Sonderform der Wertschätzung

Wenn Sie auch andere Texte zum Thema Anerkennung und Wertschätzung gelesen haben, sind Sie vielleicht auf eine weitere Form des Lobs gestoßen: Die integrative Anerkennung. Grundlegend geht es darum, Ihren Mitarbeitern Entscheidungsprozesse möglichst transparent zu machen und diese so früh wie möglich einzubinden. Meetings werden beispielsweise nicht einfach angesetzt. Die Termine sollten in Absprache gefunden werden. Einige Texte lassen diese Form aus, weil die empfohlenen Verhaltensweisen Teil der anderen Formen der Wertschätzung sind.

Allerdings lässt sich die Form der Integration noch weiter fortsetzen: durch Mitarbeiter-Beteiligungsprogramme. Ihre Angestellten werden auf freiwilliger Basis zu Anteilseignern am Unternehmen. Starke Leistungen bringen den Mitarbeitern so Profit. Die Belegschaft wird damit beginnen, sich gegenseitig zu motivieren. Vorsichtig sollten Sie allerdings mit dem Modell sein, Teile des Gehalts in Unternehmensanteilen auszahlen, weil dies zu einer aggressiven und destruktiven Kultur führen kann. Anteile als Jahresbonus sind hingegen ein guter Weg. Service-Anbieter wie zum Beispiel Mavesto kann Ihnen dabei helfen, die richtige Form der Mitarbeiterbeteiligung in Ihrem Unternehmen zu finden und umzusetzen.

Tipps für die Umsetzung: „Goldene Regeln“ und Erinnerung an die eigene Karriere

Persönliche Wertschätzung und Anerkennung lassen sich am einfachsten durch sogenannte „goldene Regeln“ umsetzen. Sie legen beispielsweise fest, dass „Guten Morgen“ gesagt werden muss. Außerdem bestimmen Sie spezifische Zeiträume, in denen jeder Ihrer Angestellten das Recht auf ein Vier-Augen-Gespräch mit Ihnen über die eigenen Arbeitsleistungen hat.

Vermutlich werden Sie es mit rollenden Augen zu tun haben, wenn Sie dieses Konzept unterbreiten. Vielleicht rollen Sie selbst jetzt schon mit den Augen. Wer möchte schon dazu gezwungen werden, „Guten Morgen“ zu sagen? Allerdings zeigen die Ergebnisse, dass die Regeln funktionieren. Nach einer gewissen Anpassungszeit werden die Regeln als Standards der Höflichkeit verstanden und entsprechend umgesetzt. Unternehmen, deren Mitarbeiter mit Kunden zu tun haben, berichten regelmäßig, dass die Feedbacks der Kunden auch dramatisch besser durch die „goldenen Regeln“ geworden sind. Die Standards der Höflichkeit werden übertragen.

Sie sollten außerdem Ihre persönliche Historie nicht vergessen: Erinnern Sie sich daran, wie gut Ihnen in Ihrem Arbeitsleben ein ehrliches Lob getan hat. Setzen Sie als Vorgesetzter die Formen und Anerkennungen um, mit denen Sie selbst positive Erfahrungen gemacht haben oder die Sie sich gewünscht hätten. Bleiben Sie dabei jedoch offen für weitere Ansätze.


0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!