Unternehmensführung

Mehr Menschen wagen den Sprung in die Selbständigkeit

Für das Gesamtjahr prophezeien die Statistiker ein Plus von rund 4 Prozent auf knapp 750.000, das wäre der höchste Wert seit 2005. Als „ermutigendes Zeichen“ wertet Marc Evers, Mittelstandsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den deutlichen Anstieg der Unternehmens-Neugründungen in Deutschland.

„Normalerweise wagen bei guter Konjunktur und sinkender Arbeitslosigkeit weniger Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit, weil sie das sichere Angestelltendasein bevorzugen“, sagte Marc Evers dazu der Nachrichtenagentur Reuters. „Dieses Muster wird zum ersten Mal seit zehn Jahren durchbrochen. Offensichtlich sehen mehr Existenzgründer nach dem Ende der Krise eine Chance, sich in Marktnischen mit eigenen Ideen selbstständig zu machen.“

Der positive Trend müsse sich aber fortsetzen, sonst drohe Deutschland in einigen Jahren nicht nur ein Fachkräfte-, sondern auch ein Unternehmermangel, betonte der DIHK-Mittelstandsexperte. Vorerst erwarten jedoch 78 Prozent der Existenzgründungsberater in den Industrie- und Handelskammern (IHKs) für die kommenden Monate eine mindestens gleich bleibende oder sogar steigende Zahl von Neugründungen.

Besonders gute Chancen sehen die IHK-Berater für Computerspezialisten, die einen eigenen Betrieb gründen wollen. Evers: „Das hat auch etwas damit zu tun, dass während der Krise viele Unternehmen ihre Kostenstruktur durchleuchtet und IT-Dienstleistungen ausgelagert haben.“ Bei Gesundheits- und sozialen Diensten sowie in der Klima- und Umwelttechnik gebe ebenfalls es gute Chancen für Existenzgründer, berichtete der DIHK-Fachmann.


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