Wirtschaft & Politik

ifo-Geschäftsklimaindex klettert weiter

Draußen vom ifo-Institut kommt zur Weihnachtszeit die frohe Kunde, dass der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland inzwischen auf der Wolke der Weihnachtsengel angekommen ist. Im Dezember betrug der Anstieg des Index 0,6 Punkte, er liegt nun bei 109,9 Punkten. Dies ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.  Es weihnachtet auch konjunkturell. Maßgeblich für den anhaltenden Indexhöhenflug war die durch die befragten Unternehmen im zehnten Folgemonat als besser eingeschätzte Geschäftslage (+0,6 Punkte). Den Gabentisch komplettierten die Geschäftserwartungen, deren Index sich ebenfalls um 0,6 Punkte verbesserte.

Die Stimmung in Deutschland ist prächtig, weihnachtlich eben. Neben dem ifo-Geschäftsklima sprechen vor allem auch die hohen Einkaufsmanagerindizes für eine anhaltend dynamische Konjunkturerholung. Bei den realen Daten für das vierte Quartal 2010 zeigt sich diese bereits in einem kräftigen Anstieg der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober. Da die Auftragslage nach wie vor als gut zu bewerten ist,  sieht es zurzeit nach einem im Vergleich zum dritten Quartal doppelt so hohen Produktionsanstieg aus. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das BIP im Jahresschlussquartal mit einer ähnlich hohen Rate wachsen wird wie im Vorquartal. Aufgrund eines dadurch eventuell höheren statistischen Überhangs bestehen Aufwärtschancen für unsere BIP-Prognose von 2,5 % für 2011 von etwa einem Viertelprozentpunkt.

Auf seinem aktuellen Niveau ist ein weiteres Aufwärtspotenzial für den Geschäftsklimaindex wohl kaum noch gegeben. Für 2011 rechnen wir mit einer Erwartungseintrübung, die bei einer gleichzeitig robust bleibenden Lageeinschätzung aber lediglich moderate Indexrückgänge nach sich ziehen wird. Getragen von der Erholung der Weltwirtschaft und der expansiven Geldpolitik wird die Konjunkturerholung dennoch wie zauberhafte Weihnachten ausfallen. Die größten Abwärtsrisiken resultieren von einem deutlichen Zinsanstieg durch einen Vertrauenseinbruch aufgrund der EWU-Staatsschuldenkrise.

(Bankhaus Lampe/BörseGo)


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