Unternehmensführung

Strabag: Deutsche Baufirmen weiter im Übernahmevisier

Zwar sei der Markt hierzulande gesättigt, aber schon allein aufgrund seiner schieren Größe interessant, sagte der Manager der Financial Times Deutschland (FTD) am Donnerstag. Auch Strabag selbst schließe gezielte weitere Zukäufe in Deutschland nicht aus. Deutschland habe potenziell den stärksten Markt in Europa und ist zudem ein Land mit hoher Rechtssicherheit“, so Birtel. Deshalb sei es „für Investoren generell attraktiv“. Der Manager sitzt auch im Vorstand der Muttergesellschaft. Mit 5,4 Milliarden Euro Bauleistung (2009) ist der Wiener Konzern Marktführer vor Hochtief und Bilfinger Berger in Deutschland.

Die FTD zitiert andererseits auch eine Studie des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in München, wonach die Baubranche in Deutschland immer weiter in Kleinstfirmen zerfasert. Der Grund dafür sei das deutsche Vergaberecht. Der Studie zufolge gab es im vergangenen Jahr rund 74.000 Baufirmen in Deutschland, davon aber gerade einmal 25 mit mehr als 500 Beschäftigten. Vor 20 Jahren habe es immerhin noch 180 deutsche Baufirmen dieser Größe gegeben. Ein Hauptgrund für diesen Trend ist dem Ifo-Experten Erich Gluch zufolge die Vergabepraxis öffentlicher Auftraggeber. Diese entschieden sich fast immer für das billigste Angebot und nicht für das wirtschaftlichste unter Berücksichtigung der Folgekosten.

Strabag schließe gezielte weitere Zukäufe in Deutschland nicht aus, beispielsweise zur Stärkung des Zugangs zu Rohstoffen für die Straßenbausparte, sagte Birtel. Die Taktik zeigt Kontinuität: Während einstige Größen wie Hochtief sich aus ihrem Heimatmarkt zurückzogen und heute bis zu 90 Prozent ihres Geschäfts im Ausland machen, kaufte Strabag in Serie. Im Portfolio der Österreicher landeten mit dem späteren Namensgeber Strabag, Dywidag und Züblin allein drei Firmen, die 1990 noch in der Top-Ten-Liste der größten deutschen Baukonzerne rangierten. „In Deutschland sind wir sowohl im Verkehrswegebau als auch im Hoch- und Ingenieurbau Nummer eins“, sagte Birtel. Trotz langer Stagnation ist Deutschland der größte Baumarkt Europas. Die realen Bauinvestitionen lagen 2009 laut Eurostat mit 211 Milliarden Euro knapp 15 Prozent höher als im zweitgrößten Markt Frankreich und doppelt so hoch wie in Spanien, der Nummer drei.

(BörseGo)


Auch auf Onpulson

Mehr zum Thema

0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!