Wirtschaft & Politik

Seltene Erden: Warnung vor Preissprung bei Hightech-Geräten

Es gibt kaum ein Hightech-Gerät, das ohne Seltene Erden hergestellt werden kann. Scheer: „Die künstliche Verknappung kann zu Preissteigerungen und Lieferengpässen bei stark nachgefragten Geräten führen.“ Die Seltenen Erden waren auch Thema beim Besuch von Chinas Vizepremier Li Keqiang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle die Exportbeschränkungen kritisiert. Er forderte China auf, den Zugang zu Seltenen Erden nicht zu erschweren und die verhängten Maßnahmen zu überdenken. Um die Rohstoffbasis zu sichern, fordert BITKOM verstärkte Anstrengungen im Recycling, spezielle Forschungsprogramme und Partnerschaften mit Förderländern nach dem Beispiel Japans.

Die Seltenen Erden umfassen 17 chemische Elemente, wie Europium, Lanthan und Neodym, und stammen zu mehr als 95 Prozent aus China. Sie werden beispielsweise in Computern, Flachbildfernsehern, Handys, Solarzellen oder Batterien eingesetzt. Der Bedarf ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Zuletzt hat China die Ausfuhrquoten für die Rohstoffe allerdings deutlich reduziert. In den zurückliegenden sechs bis zwölf Monaten haben sich die Preise der meisten Seltenen Erden vervielfacht.

Der BITKOM fordert daher von der Bundesregierung, der einseitigen Abhängigkeit von den chinesischen Rohstofflieferungen entgegenzusteuern. Dazu brauche man eine gezielte Strategie zur langfristigen Sicherstellung der Rohstoffversorgung Deutschlands. Scheer: „Seltene Erden sind für die deutsche Wirtschaft mindestens so wichtig wie Erdöl und Erze.“ Um Deutschland langfristig Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu gewährleisten, sind aus BITKOM-Sicht lückenlose Recycling-Konzepte, Partnerschaften mit alternativen Förderländern und eine gezielte Forschung nach alternativen Materialien notwendig.

Enormes Potenzial als Rohstoffquelle bietet der Elektronikschrott. BITKOM hat gemeinsam mit anderen Verbänden und den Kommunen bereits vor einigen Jahren ein bundesweites Rücknahmesystem für Altgeräte aufgebaut. Allerdings werden die Geräte zu selten bei den Sammelstellen der Kommunen abgegeben. „Wir müssen die Rohstoffkreisläufe schließen“, betonte Scheer. „Das gelingt nur, wenn die Geräte einer professionellen Verwertung zugeführt werden können und nicht in den Hausmüll geworfen oder auf dunklen Wegen ins Ausland verschifft werden.“


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