Wirtschaft & Politik

Euroraum: Deutsche Industrie wächst weiterhin

Doch unter der Oberfläche halten die wirtschaftlichen Spannungen im Euroraum an. Die deutsche Wirtschaft eilt in großen Schritten aus der Krise. Der Rest hinkt hinterher. Nach dem unerwarteten Anstieg im November/Dezember konnte der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Januar das erreichte Niveau erwartungsgemäß halten. Er sankt nur leicht von 57,1 auf 56,9 (Prognose Commerzbank: 56,0; Konsens: 57,1). Positiv überraschte der PMI für den Euro-Dienstleistungssektor, der von 54,0 auf 55,2 sprang (Prognose Commerzbank: 54,0; Konsens: 54,3).

Seit dem Sommer bewegen sich die Einkaufsmanagerindizes in der Tendenz seitwärts. Dies deutet darauf hin, dass die Euro-Wirtschaft auch im Schlussquartal 2010 ordentlich zugelegt hat. Wir prognostizieren eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von knapp ½% gegenüber dem dritten Vierteljahr.

Gefälle zwischen Euroländern groß

Sorgen bereiten dagegen das konjunkturelle Gefälle zwischen den Euro-Ländern. Daran scheint sich auch zu Jahresbeginn nicht geändert zu haben. In Deutschland eilt die Industrie in großen Schritten aus der Krise. Das Ifo-Geschäftsklima in der Industrie klettere am vergangenen Freitag auf einen neuen Höchststand seit der Wiedervereinigung und der Einkaufsmanagerindex für das deutsche verarbeitende Gewerbe lag im Januar mit 60,2 nahe dem historischen Höchststand vom April 2010 (61,5) (Grafik). Dagegen liegt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Euroraum ohne Deutschland mit 55,2 weiterhin knapp 6 Punkte unter seinem Höchststand. Dies bestätigt uns in der Einschätzung, dass sich die Wirtschaft in den von der Immobilien- und Staatsschuldenkrise betroffenen Ländern nur langsam erholen wird.

(BörseGo)


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