Wirtschaft & Politik

CEO Survey 2011: Optimismus weltweit, Euphorie bei deutschen Managern

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „14th Annual Global CEO Survey 2011“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die im Rahmen des World Economic Forum in Davos vorgestellt wird.

Beinahe euphorisch sind die befragten Vorstandsvorsitzenden aus Deutschland. Annähernd 80 Prozent rechnen auf Sicht der kommenden zwölf Monate fest mit Umsatzsteigerungen für ihr Unternehmen. Diesen ausgeprägten Optimismus teilen weltweit 48 Prozent, in Westeuropa hingegen nur 39 Prozent der Wirtschaftsführer. Noch zuversichtlicher gestimmt als die deutschen Manager sind weltweit nur CEOs indischer Unternehmen. Von diesen beurteilen 88 Prozent die Chancen für Umsatzwachstum als „sehr zuversichtlich“.

75 Prozent der deutschen CEOs rechnen bis 2014 mit Umsatzsteigerung

„Die überaus positive Stimmung der CEOs in Deutschland ist vor dem Hintergrund der guten Wirtschaftsentwicklung bereits im vergangenen Jahr besonders bemerkenswert. Die deutschen Unternehmen haben demnach nicht nur schneller auf den Wachstumspfad zurückgefunden als Wettbewerber aus anderen Industrieländern, sondern sehen sich auch mittelfristig in Führung“, kommentiert Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland. So rechnen für die kommenden drei Jahre überdurchschnittlich viele Befragte aus Deutschland fest mit Umsatzsteigerungen (75 Prozent gegenüber 51 Prozent weltweit)

Größte Angst: Erneute Erschütterungen der Finanzmärkte

Ungeachtet der positiven Perspektiven auf Unternehmensebene ist die zurückliegende Entwicklung der Weltwirtschaft noch durchaus präsent. 71 Prozent der weltweit befragten CEOs halten die künftige Wirtschaftsentwicklung für einen erheblichen Unsicherheitsfaktor. Damit messen mehr Befragte diesem Risiko eine größere Bedeutung bei als den möglichen Folgen der Staatsverschuldung (61 Prozent) und der Entwicklung an den Kapitalmärkten (52 Prozent). Allerdings weicht die Risikowahrnehmung der deutschen CEOs deutlich ab. Diese fürchten eher die Auswirkungen erneuter Erschütterungen am Kapitalmarkt (67 Prozent) als Risiken der Konjunkturentwicklung (66 Prozent)

Deutsche Unternehmen gut aufgestellt

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise haben gut die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) ihre Strategie fundamental verändert und 33 Prozent diese entsprechend angepasst. Gravierende Anpassungen gab es insbesondere beim Risikomanagement – hier bringt der Strategiewechsel bei 72 Prozent der weltweit befragten Unternehmen eine stärkere Kontrolle durch die zweite Führungsebene mit sich.

Deutsche Unternehmen hingegen sind nach Einschätzung ihrer CEOs strategisch vergleichsweise gut aufgestellt – nur 25 Prozent haben fundamentale Änderungen ihrer strategischen Ausrichtung und rund die Hälfte (54 Prozent) Anpassungen vorgenommen. Mit Hinblick auf das Risikomanagement erfolgte bei 67 Prozent der befragten deutschen Unternehmen eine stärkere Verankerung in der zweiten Führungsebene. „Insgesamt ist das Risikomanagement bei den meisten Unternehmen untrennbar mit der Strategieplanung verbunden und daher absolute Chefsache“, betont Norbert Winkeljohann.

Schwellenländer sind Wachstumsmotor

Knapp 40 Prozent aller befragten CEOs sehen für ihr Unternehmen größere Wachstumschancen auf dem Heimatmarkt als im Ausland. Bei den Befragten aus Deutschland überwiegt jedoch die Auslandsorientierung. Nur 13 Prozent halten das Wachstumspotenzial im Inland gemessen an dem der Exportmärkte für hoch. Besonders große Erwartungen verbinden die deutschen Unternehmen mit dem chinesischen Markt: 54 Prozent der deutschen CEOs halten China für den wichtigsten ausländischen Wachstumsmarkt, weltweit sagen dies 39 Prozent der Befragten. Für die Beschaffung deutscher Unternehmen wird China bald sogar der wichtigste Markt sein (49 Prozent der Nennungen), gefolgt von den USA (21 Prozent) und Indien (18 Prozent).


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