Wirtschaft & Politik

Eon erwartet 2011 Gewinnrückgang

Operativ legte Eon um 2 Prozent auf ein angepasstes EBIT von 9,5 Milliarden zu. Auch das lag knapp im Rahmen der eigenen Erwartungen, so der Konzern. Der Umsatz stieg unterdessen um 16 Prozent auf 92,9 Milliarden Euro. Die Steigerungen erzielte Eon nach eigenen Angaben vor allem dank des verbesserten Endkundengeschäfts in Großbritannien. Auch die höheren, in den Vorjahren abgesicherten Großhandelspreise, die höheren Erlöse im Netzgeschäft in Deutschland sowie Effizienzsteigerungen durch das Programm PerformtoWin hätten dazu beigetragen. Negativ wirkte vor allem die Abgabe von Kraftwerken und Beteiligungen in Deutschland. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA kletterte um 3 Prozent auf 13,35 Milliarden Euro. Die im November verkaufte US-Tochter ist hierbei schon herausgerechnet. Für 2010 soll die Dividende bei 1,50 Euro liegen.

Zugleich verfolgte Eon sein Schuldenrückführungsprogramm weiter. Durch den Verkauf des Gazprom-Anteils, des italienischen Gas- und des britischen Stromnetzes und weiterer Transaktionen erzielte Eon knapp 9 Milliarden Euro. Bis 2013 will der Energieproduzent insgesamt 15 Milliarden Euro aus Beteiligungsverkäufen einnehmen. Diese Mittel stünden nun für die Rückführung der Verschuldung sowie Investitionen zur Verfügung. Auch die weitere Internationalisierung des Unternehmens sei vorangekommen: In Russland ging ein neues Gaskraftwerk ans Netz, und in den USA wurde der zehnte Windpark in drei Jahren fertig gestellt. Die Nettoverschuldung wurde um 7 Milliarden auf 37,7 Milliarden Euro gesenkt.

Eon-Verluste durch Kernbrennstoffsteuer

Für 2011 erwartet Eon, wie bereits angekündigt, einen Ergebnisrückgang. Das angepasste EBITDA werde sich daher zwischen 11,2 Milliarden und 11,9 Milliarden Euro bewegen, während das bereinigte Nettoergebnis auf maximal 3,3 Milliarden bis 4,0 Milliarden Euro kommen werde. Ein wesentlicher Grund für den erwarteten Rückgang sei die neu eingeführte Kernbrennstoffsteuer, die 2011 erstmals fällig wird. Sie werde Eon in einer Größenordnung von einer knappen Milliarde Euro belasten. Im Strommarkt mache sich zudem in diesem Jahr die Wirtschaftskrise zeitverzögert durch schlechtere Abschlüsse beim Stromverkauf in den Krisenjahren bemerkbar. Das Gashandelsgeschäft bleibe unter Margendruck, weil die Einkaufspreise der langfristigen Lieferverträge über den aktuell zu erzielenden Verkaufspreisen lägen.

Auch das Ergebnis des Jahres 2012 werde voraussichtlich noch von den genannten Einflüssen geprägt sein, allerdings weniger stark als im laufenden Geschäftsjahr. Eon erwartet, bis Ende 2012 die negativen Effekte auffangen zu können. Daher will der Konzern im Jahr 2013, trotz der dann zusätzlich anfallenden Belastungen durch die Ersteigerung von CO2-Zertifikaten, mit einem Adjusted EBITDA von mindestens 13 Milliarden Euro – auf der Basis der jetzigen Geschäfte – wieder in etwa das Ergebnisniveau des Jahres 2010 erreichen.


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