Finanzen

DCF-Gesamtwertmodell

Es handelt sich hierbei um den Wert, der den Anlegern und den Fremdkapitalgebern zusteht abzüglich des Wertes des Fremdkapitals und anderer Anlegeransprüche, die dem Stammkapital übergeordnet sind (wie zum Beispiel Vorzugsaktien). Die Werte des operativen Geschäfts und des Fremdkapitals entsprechen jeweils ihrem diskontierten Cashflow. Die folgende Abbildung veranschaulicht diesen Ansatz.

Solange der Diskontierungssatz das Risiko des jeweiligen Cashflows angemessen widerspiegelt, führt das Gesamtwertmodell zu genau dem gleichen Wert des Eigenkapitals wie die direkte Abzinsung des an die Aktionäre ausgeschütteten Cashflows.

Das Gesamtwertverfahren ist besonders für die Bewertung von Konzernen geeignet. Der Wert des Eigenkapitals eines Konzerns ist gleich der Summe der Werte der einzelnen Geschäftsbereiche zuzüglich des Wertes der nicht betriebsbedingten Vermögensgegenstände und abzüglich des Wertes der Kosten der Konzernzentrale, des Fremdkapitals sowie der Vorzugsaktien. Die folgende Abbildung verdeutlicht die Vorteile dieses Verfahrens:

  • Das Modell bewertet nicht nur das Eigenkapital, sondern die Elemente, die den Gesamtwert des Unternehmens ausmachen. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Investitions- und Finanzierungsquellen ermitteln, die den Unternehmenswert beeinflussen.
  • Das Verfahren ermöglicht die Erkennung zentraler Ansatzpunkte mit Wertpotenzial.
  • Es kann problemlos auf verschiedenen Aggregationsebenen (also zum Beispiel auf das gesamte Unternehmen oder auf einzelne Geschäftsbereiche) angewandt werden und ist voll vereinbar mit der Investitionsrechnung, mit der die meisten Unternehmen bereits vertraut sind.
  • Dank seiner Anpassungsfähigkeit ist es der Komplexität der meisten Situationen gewachsen und kann mit einfachen Personalcomputern durchgeführt werden.

Quelle: Tom Copeland, McKinsey & Company – Unternehmenswert, ISBN: 3593368951


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