Wirtschaft & Politik

Konjunkturskepsis nimmt zu

Ursachen der skeptischeren Einschätzung der konjunkturellen Aussichten dürften die Ereignisse in Japan und in Nordafrika, der deutlich gestiegene Ölpreis und die damit verbundene Befürchtung eines weiteren Anziehens der Inflation gewesen sein. Auf dem derzeitigen Niveau, das zwar noch im positiven Bereich aber deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 26,6 Punkten liegt, weist der Indikator darauf hin, dass die befragten Analysten eine gewisse Abschwächung der deutschen Konjunktur, aber keinen Absturz erwarten. Angesichts der extrem positiven Beurteilung der aktuellen Lage ist dies aber auch nicht weiter verwunderlich oder gar bedenklich. Immerhin hat sich der Lageindex weiter von 85,4 auf 87,1 Punkte verbessert und liegt damit nur noch geringfügig unter seinem historischen Hoch von 88,7 Punkten.

Schwerer wiegt da schon, dass die Konjunkturerwartungen für andere Länder und Regionen noch stärker zurückgegangen sind, obwohl deren aktuelle Lage als schlecht bis bestenfalls mäßig eingestuft wird. So ist der Erwartungsindex für die gesamte Eurozone um 11,3 auf 19,7 Punkte gefallen, der für die USA um 8,6 Punkte auf 33,8 Punkte. Der entsprechende Indikator für Großbritannien ist um 16 auf 11,6 Punkte abgestürzt, der für Japan um 33,2 auf -23,9 Punkte.

Insgesamt werden den großen Industrieländern damit nur noch mäßige Aussichten auf eine Beschleunigung der konjunkturellen Dynamik attestiert. Dies ist zumindest ein Warnsignal, dass das konjunkturelle Umfeld auch für Deutschland in der zweiten Jahreshälfte rauer werden könnte.

(BörseGo)


0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!