Personal

Zufriedenheitsindex: Sicherheit des Arbeitsplatzes für viele Menschen wichtig

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, warum der Wert nicht wie im Vorjahr weiter zunahm: Die Zufriedenheit leidet maßgeblich an einer zunehmenden Unsicherheit hinsichtlich der eigenen beruflichen Zukunft.  Während andere Zufriedenheitsindikatoren wie Aufgaben, Gehalt oder Arbeitsklima eine geringere Rolle hinsichtlich ihres Einflusses auf die Zufriedenheit einnehmen, nahm das Sicherheitsbedürfnis zu. Das geht aus dem repräsentativen Arbeitsklima-Index der JOB AG, Fulda, hervor, bei dem wieder mehr als 1.100 Berufstätige in allen Regionen Deutschlands repräsentativ befragt wurden.

Die JOB AG, Spezialist für Personal Management und Job Management in Deutschland, untersucht seit 2008 kontinuierlich einmal pro Quartal die Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. Der Zufriedenheitswert sank während der nun insgesamt 13 Befragungen nie unter die 7,0-Marke. Interessant bei der aktuellen Analyse ist, dass im ersten Quartal 2011 zwar die Befragten das positive Grundrauschen der wirtschaftlichen Gesamtlage empfinden, jedoch ein signifikantes Sicherheitsgefühl entwickelt haben. Während im 4. Quartal 2010 die Sicherheit des Arbeitsplatzes das allgemeine Wohlbefinden zu 27 Prozent beeinflusste, stieg dieser Wert im 1. Quartal 2011 um ganze sechs Punkte auf 33 Prozent an.

„In der Krise haben wir beobachtet, dass die Zufriedenheitsindikatoren wie Gehalt und Aufgaben am Arbeitsplatz wichtig waren, nun treten sie etwas in den Hintergrund“, kommentiert Stefan Polak, Vorstand der JOB AG, die ersten Ergebnisse aus 2011. „Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland spielt die Sicherheit des Arbeitsplatzes wieder eine höhere Rolle. Gründe hierfür: Zum einen steigt mit dem Aufschwung das eigene Arbeitspensum kontinuierlich an, zum anderen sorgen Entwicklungen wie die Euro-Krise, die mögliche Inflationsgefahr sowie überregionale Krisen für Unsicherheit.“

Zufriedenheit der Frauen sinkt auf Durchschnittswert der Männer

Zum ersten Mal seit Beginn der Analyse im Jahr 2008 sank der Zufriedenheitswert der Frauen auf den der männlichen Kollegen. Beide Befragungsgruppen liegen im Durchschnitt bei 7,5. Während der Index bei den Männern konstant blieb, sank bei den Frauen der Wert von 7,7 im 4. Quartal 2010 auf aktuell 7,5. Bei Differenzierung nach Ost- und Westdeutschland ist ein ähnliches Bild festzustellen: Während die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den neuen Bundesländern konstant bei 7,3 liegen, ging der Zufriedenheitswert der Westdeutschen leicht von 7,7 auf 7,6 zurück. Dennoch gilt festzuhalten, dass die Zufriedenheit der westdeutschen Arbeitnehmer über dem Gesamtdurchschnitt liegt.

Zufriedenheit der über 60-Jährigen sinkt drastisch

Seit Beginn der JOB AG Untersuchungen in 2008 wurde noch nie eine solch drastische Arbeitsklima-Veränderung beobachtet wie bei den über 60-Jährigen im 1. Quartal 2011. Die Frage „Wie wohl fühlen Sie sich derzeit an Ihrem Arbeitsplatz?“ bewertete diese Befragungsgruppe auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) im Durchschnitt mit 6,9 und zeigt damit mit Abstand den negativsten Wert über alle Altersgruppen hinweg. Im Vorquartal hingegen nahm die Bewertung dieser Altersgruppe von 8,6 einen absolut positiven Spitzenwert ein.

Zufriedenheit oft bei Freiberuflern

Nach wie vor zeigt sich die Berufsgruppe der Selbstständigen, Freiberufler und Landwirte als die optimistischste. Hier liegt nicht nur der Arbeitsklima-Index mit 8,6 deutlich über dem Durchschnitt – er ist im Vergleich zum 4. Quartal 2010 erneut leicht angestiegen. Leichte Zufriedenheitsschwankungen zeigen sich indes bei den anderen Berufsgruppen. „Beamte“ votierten nur noch mit 7,9 anstatt mit 8,1 – liegen aber ebenso über dem allgemeinen Durchschnitt (7,5) wie die Angestellten, die leicht zulegen konnten (7,6). Die Berufsgruppe der „Anderen Arbeiter“ sinkt im letzten Quartal 2011 leicht von 7,3 auf 7,1.

Diese Werte decken sich auch mit der Höhe des Haushalts-Nettoeinkommens. Wenn man davon ausgeht, dass die Höhe des Einkommens mit dem Grad des Bildungsabschlusses korreliert, dann ist der hohe Zufriedenheitswert bei der Einkommensgruppe über 2.500,- Euro pro Monat nicht verwunderlich (7,7). Am geringsten ausgeprägt ist die Zufriedenheit mit dem Arbeitsklima bei denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die zwischen 1.500,- und 2.000,- Euro verdienen (6,7). Alle anderen Einkommensgruppen liegen im Bereich des aktuellen Durchschnittswerts von 7,5 – wenngleich die Befragten mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.000,- und 1.500,- Euro ebenfalls leicht zulegen konnten (von 7,1 auf 7,4).


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