Wirtschaft & Politik

Griechenland: Spekulationen über Umschuldung gehen weiter

„Wir haben den Europäern und dem IWF schon Anfang 2010 gesagt, es wäre besser, Hilfskredite sofort mit einer Umschuldung zu verknüpfen“. Die Euroländer wollten laut „Welt“ aber Zeit für die Stabilisierung der gesamten Eurozone gewinnen. „Die Umschuldung ist programmiert“, titelte am Dienstag die griechische Zeitung „Eleftherotypia“. Ein „hoher Funktionär“ des Internationalen Währungsfonds (IWF) halte eine Umschuldung Griechenlands bis Ende 2012 für eine klare Sache. Laut Nachrichtenagentur Reuters gehen mehrere Vertreter der Bundesregierung sogar davon aus, dass Griechenland nicht ohne Umschuldung über den Sommer kommen wird.

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark lehnt die Idee von Umschuldungen im Euroraum offiziell hingegen weiter ab. „Das würde das Problem nicht lösen – im Gegenteil“, sagte er der portugiesischen Tageszeitung „Publico“. Auch der niederländische Zentralbankchef Nout Wellink hat Spekulationen über eine Umschuldung Griechenlands zurückgewiesen. „Es ist möglich, die öffentlichen Finanzen Griechenlands ohne Schuldenrestrukturierung zu sanieren und die Volkswirtschaft wieder aufs Gleis zu setzen“, sagte Wellink zur „Financial Times Deutschland“.

Die Märkte trauen dem Euro-Rettungsschirm und dem Hilfspaket für Griechenland nicht zu, die Schuldenkrise der angeschlagenen Staaten dauerhaft zu lösen. Dies zeigen die deutlich gestiegenen Risikoaufschläge bei Staatsanleihen der Schuldensünder. Die Rendite für griechische T-Bills mit einer Laufzeit von 13 Wochen stieg am Dienstag nach einer Auktion auf 4,1 Prozent. Der Risikoaufschlag für die richtungsweisende 10-jährige griechische Anleihe gegenüber der entsprechenden deutschen Bundesanleihe beträgt inzwischen 11,4 Prozentpunkte (1.140 Basispunkte).

(BörseGo)


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