Wirtschaft & Politik

Apotheken: Kaufmännische Verantwortung wächst

Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Schon heute sehen sich mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Apothekenleiterinnen und -leiter gleichermaßen als Heilberufler und Kaufmann. Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) fühlt sich primär als Heilberufler. Rund 13 Prozent sind der Meinung, dass die kaufmännische Komponente überwiegt. Zu diesen Ergebnissen kommt der vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) monatlich durchgeführte Apotheken-Konjunkturindex APOkix in seiner aktuellen Ausgabe. Im April wurden dazu bundesweit 396 Apothekerinnen und Apotheker befragt.

Kaufmännische Verantwortung gewinnt an Bedeutung

In öffentlichen Apotheken tätige Apothekerinnen und Apotheker sind sowohl mit heilberuflichen als auch kaufmännischen Aufgaben betraut. Dies ist unabdingbar mit der gemeinwohlorientierten Ausrichtung der Apotheken und der einzelbetrieblich-rentabilitätsorientierten Sicht des Apothekeninhabers verknüpft. Vor dem Hintergrund schwindender Margen und zunehmendem Wettbewerb wird die kaufmännische Komponente zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. Rund zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Apothekerinnen und Apotheker rechnen mit einer solchen Entwicklung.

Die Apothekerinnen und Apotheker sind sich weitgehend einig: Das kaufmännische Geschick im Rahmen der Apothekenführung wird immer wichtiger. Uneinigkeit besteht hingegen im Hinblick auf die Frage, inwieweit sich diese Entwicklung negativ auf die heilberufliche Positionierung der Apotheke auswirkt. Rund 45 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker glauben, dass die heilberufliche Komponente in der Apotheke an Bedeutung verliert – 55 Prozent sind jedoch davon überzeugt, dass dies nicht der Fall sein wird. Fast jeder dritte Befragte (30 Prozent) ist der Meinung, dass die heilberufliche Komponente zukünftig an Bedeutung gewinnt.

Geschäftslage und Geschäftserwartungen leicht verbessert

Auch im April stufen die am APOkix teilnehmenden Apothekeninhaberinnen und -inhaber die aktuelle Geschäftslage ihrer Apotheke mehrheitlich (53 Prozent) negativ ein. Seit Jahresbeginn erweist sich der Anteil negativer Bewertungen jedoch zum ersten Mal als rückläufig. So wurde die Geschäftslage im März noch von rund 56 Prozent der Teilnehmer negativ bewertet. Auch beim Blick in die Zukunft wächst – wenn auch zaghaft – der Anteil derer, die eine Verbesserung ihrer Geschäftslage erwarten. Dennoch überwiegt auch im April der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation erwarten (71 Prozent). Im Vergleich zum Januar (85 Prozent) ist dieser Anteil jedoch deutlich gesunken. Ein Silberstreif am Horizont.


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