Marketing & Vertrieb

Was Sie beachten sollten, wenn ein Verkäufer geht und ein neuer kommt

Ein Vertriebsmitarbeiter geht, ein neuer kommt und übernimmt dessen Aufgabengebiet und Kundenstamm. Diese Situation birgt viele Risiken – nicht nur, weil bei einem solchen Wechsel häufig die persönliche Beziehung zu den Kunden und Wissen über sie verloren geht. Hinzu kommt: Für Kunden ist ein Verkäuferwechsel oft ein Anlass, um einen Lieferantenwechsel zu erwägen. Zudem nutzen sie eine solche Übergangssituation gerne für einen Versuch, die bisherigen Konditionen zu ihren Gunsten zu verändern. Sorgen Sie also bei einem Verkäuferwechsel dafür, dass die gewohnte Kundenbetreuung schnell wieder hergestellt wird – vor allem, indem Sie sicherstellen, dass der „Neue“ rasch die nötige Kundenkompetenz erwirbt.

Wenn ein Verkäufer geht, für Know-how-Transfer sorgen

Um diese zu gewinnen, muss der neue Mitarbeiter zunächst wissen, was Ihnen grundsätzlich im Vertrieb wichtig ist. Zum Beispiel kurzfristig möglichst viele Aufträge an Land zu ziehen oder langfristig stabile Kundenbeziehungen aufzubauen? Setzen Sie sich also mit dem Neuen zusammen und erläutern Sie ihm dies.

Damit der neue Vertriebsmitarbeiter schnell die nötige Kundenkompetenz erwirbt, muss er zudem zumindest bei den Schlüsselkunden neben den „harten Kundendaten“, auch die „Soft Facts“ kennen. Also zum Beispiel: Welche Wünsche und Ziele haben meine Ansprechpartner? Und: Welche Abhängigkeiten und Zwänge bestehen in der Kundenorganisation?

Solche Informationen sind meist nur im Kopf des „alten“ Betreuers gespeichert. Also sollten Sie bei einem Verkäuferwechsel aktiv dafür sorgen, dass diese Infos nicht verloren gehen – zum Beispiel, indem Sie sich mit dem bisherigen Betreuer, bevor er ausscheidet, zusammensetzen und mit einer Checkliste die relevanten Informationen erfragen.

Über folgende „Dinge“ sollte der Neue, wenn er seine Arbeit aufnimmt, zumindest bei den Schlüsselkunden informiert sein:

  • Gesprächspartner, Entscheider (Namen, persönliche Wünsche, Vorlieben)
  • Kundenklassifizierung
  • Mit dem Kunden bisher erzielte Umsätze/Deckungsbeiträge
  • Kundenpotenzial
  • Beim Kunden (noch nicht) genutzte Problemlösungen
  • Besonderheiten des Kunden (technische, organisatorische, wirtschaftliche, zwischenmenschliche)
  • Liefer-/Zahlungsbedingungen
  • laufende Projekte
  • aktuelle/ehemalige Probleme
  • Wettbewerber des Kunden

Ergänzen Sie diese Checkliste.


Christian Herlan

Über den Autor Christian Herlan

Christian Herlan arbeitet als Unternehmens- und Managementberater für die international agierende Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal, die auch Agile Coaches ausbildet. Sie sind auf die Themenfelder Change- und Projektmanagement beziehungsweise Vertriebsmanagement und -entwicklung spezialisiert. www.kraus-und-partner.de

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