Wirtschaft & Politik

Schockwellen des Japan-Bebens erreichen deutsche Industrie

Außerdem wurde das Vormonatsergebnis von +2,4% auf +1,9% korrigiert. Ein besonders kräftiger Rückgang war auch in der Vorjahresrate zu beobachten. Sie brach von 19,6% auf 9,7% ein. Verantwortlich war neben dem kräftigen Einbruch im März dieses Jahres ein Basiseffekt. Denn vor genau einem Jahr stiegen die Aufträge um knapp 5% gegenüber dem Vormonat. Vor allem die Bestellungen von Kapitalgütern waren für den mehr als deutlichen Rückgang verantwortlich. Sie brachen um 7,2% im Vergleich zum Februar ein. Dabei waren Aufträge aus dem Inland und dem Ausland fast gleich stark betroffen. Auch die Bestellungen für Konsumgüter waren im März leicht rückläufig. Sie gaben um 0,6% nach, waren allerdings im Februar um 1,4% gestiegen, so dass der Rückgang zu verschmerzen ist. Bei den Zwischengütern wurde sogar ein leichter Anstieg ausgewiesen.

Nachdem die Aufträge mit zwei deutlichen Anstiegen einen guten Start ins Jahr erwischt hatten, folgte nun ein äußerst kräftiger negativer Rückprall. Ein wesentlicher Grund dafür könnte das Erdbeben in Japan und dessen verheerenden Folgen gewesen sein. Dieses ereignete sich am 11. März und könnte kurzfristig zur Stornierung von Großaufträgen geführt haben. Dafür spricht die Tatsache, dass fast ausschließlich die Aufträge von Kapitalgütern betroffen waren. Sollte dies tatsächlich die Ursache für den Absturz gewesen sein, ist eine positive Gegenbewegung im April durchaus realistisch. Denn bislang war von deutschen Unternehmen kaum Negatives in Bezug auf die Entwicklungen in Japan zu vernehmen. Wir rechnen daher damit, dass sich die deutsche Industrie in den nächsten Monaten weiter positiv entwickeln wird.

Quelle: Postbank Research (BörseGo)


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