Wirtschaft & Politik

Wie der einzelne mit der Macht der Medien umgehen sollte

  1. Selektieren Sie Nachrichten: Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie schnell sich Nachrichten über Busunglücke häufen, wenn kürzlich ein größeres stattgefunden hat? Plötzlich wird über jedes noch so kleine Busunglück in Nepal oder Indien in Ortschaft berichtet, die höchstwahrscheinlich niemand kennt. Wie wird Ihre Reaktion darauf sein? Sie bekommen es mit der Angst zu tun und werden vielleicht denken: „Mein Gott, momentan passieren ja viele Busunglücke. Vermutlich sind Busse gefährlich.“ Eventuell fahren sie in der nächsten Zeit kein Bus mehr und bekommen innerlich Panik, wenn Sie einen Bus sehen. In den Medien wird eine Welt aufgebaut, die oft nicht real ist. Häufen sich Nachrichten über ein bestimmtes Thema, fragen sie sich, was der Ausgangspunkt einer Nachricht war und lassen Sie sich nicht durch weitere Nachrichten auf diesen Gebieten verunsichern.
  2. Meiden Sie Hysterie: Die Berichterstattung über BSE, Hühner- und Schweinegrippe hat viele Menschen verunsichert. Haben Sie mal beobachtet, wann die Medien mit Nachrichten von der Schweinegrippe innegehalten haben, nachdem bereits deutsche Politiker vor laufender Kamera beteuert hatten, ob Sie sich gegen diese gefährliche Form der Grippe impfen lassen wollen? Es war in der Adventszeit, als die Berichterstattung darüber zurückging. Wahrscheinlich hätte uns eine lang andauernde Hysterie vom fröhlichen Weihnachtsshoppen abgehalten. Erstaunlicherweise wurde im Neuen Jahr gar nicht mehr von der Schweinegrippe berichtet. Das heißt: Kommt ein „neue“ Krankheit in den Medien auf, sollten Sie erst einmal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt, bevor Sie sich beispielsweise voreilig impfen lassen.
  3. Seien Sie vorsichtig mit dem Mythos „Vom Tellerwäscher zum Millionär“: Vor allen Dingen die Boulevardpresse greift diesen Mythos immer wieder gerne auf. Und mit Sicherheit gibt es auch Beispiele dafür, die diesem Mythos entsprechen. Dennoch kann man fast behaupten, dass ein ganzes Land – unsere Verbündeten aus Übersee – besonders gerne diesem Hollywoodmythos hinter her hängen, anstelle selbst kritisch auf so manche politischen Prozesse Einfluss zu nehmen. Es ist erlaubt zu träumen, aber machen Sie bitte gelegentlich auch einen Realitätscheck, bei dem Sie Ihren Geldbeutel und Ihren Status prüfen und nicht enttäuscht sind, wenn Sie noch kein Millionär geworden sind.
  4. Verwechseln Sie Subjektivität nicht mit Objektivität: Wer in Fernsehbeiträgen mit welchen O-Tönen und wie lange zu Wort kommt, welche Bilder ausgewählt werden oder auch wo der Schwerpunkt der Berichterstattung in den Medien liegt, unterliegt immer der „Subjektivität“ des Journalisten, des Chefredakteurs bzw. des Herausgebers. Hüten Sie sich davor, Berichte objektiv zu betrachten.
  5. Streben Sie nicht den Star-Status an: Besonders durch die Castingshows ist die Idee weit verbreitet, von einem Moment auf den anderen berühmt und in aller Munde zu sein. Aber kaum sind diese Menschen bekannt, so verschwinden sie auch wieder schnell in der Versenkung. Einerseits können solche Personen, die zum „schnellen Star“ werden, oft nicht wirklich damit umgehen, andererseits hoffen viele, dass sie mit dem, was sie machen, gleich berühmt werden und in die Medien kommen. Agieren Sie auch hier mit Ihren Vorstellungen nach dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.
  6. Lassen Sie sich nicht durch Zahlen, Statistiken und Studien verwirren: Zahlen, Statistiken und Studien werden gerne hinzugezogen, um Behauptungen zu untermauern. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass zu jeder Behauptung eine passende Zahl oder Studie gefunden werden kann, die das Ganze untermauert. Auch wenn es nicht ganz einfach ist: Beschäftigen Sie sich mit Quellen, die unabhängig sind.
  7. Unterscheiden Sie zwischen Information und Hysterie: Selbstverständlich ist es wichtig, über das Weltgeschehen informiert zu sein. Aber Medien haben die Angewohnheit, die „Zitrone“ bis zum Ende auszudrücken. Wichtige Nachrichten werden in Sondersendungen behandelt, bei denen das Thema immer wieder und wieder beleuchtet wird. Informieren JA, aber nicht bis ins letzte Detail, denn hierbei werden Sie merken, dass viele der Sendungen sich auch widersprechen und Sie nach einiger Zeit gar in Panik und Hysterie verfallen, weil Sie „über informiert“ sind.

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