Personal

Frauen selbstbewusster, aber überarbeiteter

Laut der Studie, die in 21 entwickelten und aufstrebenden Ländern durchgeführt wurde, sind Frauen auf der ganzen Welt gestresst, wobei Frauen in den Schwellenländern gestresster sind als Frauen in den entwickelten Märkten. Weiterhin glauben Frauen aus allen untersuchten Ländern an bessere Möglichkeiten als noch zu Zeiten ihrer Mütter. Frauen in den entwickelten Märkten glauben, ihre Töchter hätten die gleichen Möglichkeiten wie sie selbst.

Die Nielsen-Studie „Women of Tomorrow“ ist eine der umfangreichsten Untersuchungen hinsichtlich des Mediennutzungs- und Kaufverhaltens von Frauen. Die im Zeitraum von Februar bis April 2011 durchgeführte Umfrage erfolgte in den entwickelten Ländern online und in den Wachstumsländern teils online, teils per Interview (an einem zentralen Standort oder im Haushalt).

„Weltweit erreichen Frauen zunehmend höhere Bildungsabschlüsse, immer mehr von ihnen sind berufstätig und leisten einen höheren Beitrag zum Haushaltseinkommen,“ so Susan Whiting, stellvertretende Vorsitzende, Nielsen. „Frauen steigern ihre Kaufkraft und gewinnen damit mehr Kontrolle und Einfluss auf wichtige Haushaltsentscheidungen. Frauen von Heute und Morgen sind kaufkräftig. Umso wichtiger ist es für Vermarkter und Werbungtreibende ihre Gewohnheiten und Einstellungen zu verstehen.“

Frauen selbstbewusster, aber überarbeiteter

Fast 80 Prozent aller Frauen in entwickelten Märkten sind der Meinung, dass sich die Rolle von Frauen verändern wird, wobei 90 Prozent davon an eine positive Veränderung glauben. Alle Befragten gaben an unter Zeitdruck zu stehen und sich gestresst und überarbeitet zu fühlen, allerdings stehen Frauen in den Wachstumsländern unter größerem Druck als in entwickelten Ländern. Zwar müssen Frauen weltweit verschiedene Rollen unter einen Hut bringen, aber ein entscheidender Faktor für den höheren Stresslevel ist nach Aussagen der Frauen in Wachstumsmärkten der Mangel an Geld, was für die Frauen selber oder für Urlaub übrig bleibt, nachdem die Grundbedürfnisse erfüllt wurden.

Unter den befragten Frauen in den Wachstumsmärkten sagten Frauen in Indien (87 Prozent), Mexiko (74 Prozent) und Russland (69 Prozent), dass sie am meisten gestresst sind bzw. unter Zeitdruck stehen, während in den entwickelten Ländern der Druck am schlimmsten für Frauen in Spanien (66 Prozent), Frankreich (65 Prozent) und Italien (64 Prozent) ist. „Die Frauen erzählten Nielsen, dass sie sich befähigt fühlen, ihre Ziele zu erreichen und das zu bekommen, was sie sich wünschen, aber gleichzeitig verursacht dieses Level an Selbstbewusstsein zusätzlichen Stress,“ erklärt Whiting. „Unternehmen, die weibliche Zielgruppen erreichen wollen, sollten sich deshalb darauf fokussieren, wie ihre Produkte Stress verringern und das Leben einfacher machen können.“

Frauen haben zunehmend mehr Geld

Bei der Frage nach der Verwendung von (erwartetem) zusätzlich verdientem Geld in den nächsten fünf Jahren zeigen sich Unterschiede auf. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Frauen in den Wachstumsmärkten planen das Geld für die Bildung ihrer Kinder auszugeben, während es in den entwickelten Ländern 16 Prozent der Frauen sind. Insbesondere Frauen in Nigeria (85 Prozent), Indien (76 Prozent) und Malaysia (63 Prozent) finden das Sparen für die Bildung ihrer Kinder am Wichtigsten.

Frauen in entwickelten Märkten gaben an, ihr zusätzliches Geld für Urlaub (58 Prozent), Lebensmittel (57 Prozent) und Ersparnisse bzw. Tilgung von (Kreditkarten-)Schulden (jeweils 55 Prozent) ausgeben zu wollen, während Frauen in den Wachstumsmärkten ihr zusätzliches Geld für alltägliche Bedürfnisse wie Kleidung (70 Prozent), Lebensmittel (68 Prozent) sowie Gesundheits- und Kosmetikartikel (53 Prozent) verwenden wollen. Urlaub folge an siebter Stelle der Prioritätenliste mit 40 Prozent der Frauen, die ihr zusätzliches Geld dafür ausgeben möchten.

Frauen sind gut informiert

Nielsen fand heraus, dass Fernsehen die Top-Informationsquelle über neue Produkte für Frauen auf der ganzen Welt ist. In allen zehn untersuchten Wachstumsländern und in sieben von elf untersuchten entwickelten Ländern läuft Fernsehen 14 anderen Informationsquellen den Rang ab. (In Deutschland und Spanien rangiert Mundpropaganda noch vor Fernsehen; in Südkorea stehen Internetsuchanfragen an erster Stelle und in Schweden ist es Direct Mail).

Und nach Fernsehen? Mundpropaganda wird an zweiter bzw. dritter Stelle in neun von zehn Wachstumsländern und in acht von elf entwickelten Märkten genannt. Wenn es aber darum geht, Information über mögliche Einkaufsstätten zu bekommen, bevorzugen Frauen in entwickelten Ländern Mundpropaganda, während sich Frauen in den Wachstumsmärkten auf das Fernsehen verlassen.


0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!