Wirtschaft & Politik

Kreditwürdigkeit der USA wird herunter gestufft

Der im Zuge der Anhebung der US-Schuldenobergrenze vereinbarte Konsolidierungsplan sei mittelfristig nicht ausreichend, um die Staatsverschuldung unter Kontrolle zu halten, teilte die Agentur mit. Eine weitere Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit innerhalb von zwei Jahren sei möglich, wenn die Ausgaben weniger stark als vereinbart gesenkt werden, die Zinsen steigen oder sich die Staatsverschuldung durch zusätzliche Ausgaben stärker erhöht als bisher geplant. S&P-Chef John Chambers kritisierte im US-Fernsehen die „Waghalsigkeit“ der Politiker bei der gerade noch rechtzeitig erfolgten Anhebung der Schuldenobergrenze.

Die Herabstufung wurde umgehend vom US-Finanzministerium, das bereits vorab informiert worden war, kritisiert. Die Beamten hatten einen Berechnungsfehler der Ratingagentur im Umfang von 2 Billionen Dollar entdeckt, der von S&P akzeptiert wurde, aber an der Entscheidung zur Herabstufung nichts mehr änderte.

Die anderen beiden großen Ratingagenturen Fitch und Moony’s hatten die Top-Bonitätsnote der USA nach der Anhebung der Schuldenobergrenze bestätigt, zugleich aber Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der Verschuldung geräußert. Nach der Herabstufung durch S&P werden die Vereinigten Staaten nun zum ersten Mal seit 70 Jahren nicht mehr von allen drei großen Agenturen mit der Bestnote bewertet.

Am Freitag hatte am Aktienmarkt bereits das Gerücht die Runde gemacht, dass S&P die USA nach Handelsschluss herabstufen wolle. Experten halten mittelfristig nun steigende Zinsen bei US-Staatsanleihen und damit auch bei anderen Anlage- und Kreditformen für möglich. Nach Angaben der US-Investmentbank JPMorgan könnte ein Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen von 50 Basispunkten das US-Wirtschaftswachstum um 0,4 Prozent bremsen. Händler befürchten für die kommende Woche jetzt einen weiteren Kursrutsch an den Börsen weltweit.

Der Kongress hatte am 2. August die US-Schuldenobergrenze angehoben und zugleich Ausgabenkürzungen in Höhe von 2,4 Billionen Dollar für die nächsten 10 Jahre vereinbart. S&P hatte im Vorfeld der Vereinbarung mindestens Einsparungen im Volumen von 4 Billionen Dollar gefordert, um die Verschuldung unter Kontrolle zu halten. Allein im Jahr 2010 mussten die USA 414 Milliarden Dollar Zinsen für ihre Staatsschulden zahlen.

(BörseGo)


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