Wirtschaft & Politik

Aufregung in Athen: Die Geldspender legen Hilfspaket vorerst auf Eis

Sie fordern mehr Anstrengung und wirksame, wachstumsfördernde Strukturreformen in dem vor dem Kollaps stehenden Land. Besagte Troika hat ihre Vertreter in Athen nun vorerst nach Hause geschickt. Grund ist offenbar die fehlende Bereitschaft und Einsicht der Griechen zur Umsetzung ihres Sparprogramms.

Die Regierung in Athen müsse den Haushaltsplan für 2012 überarbeiten und Strukturreformen angehen, forderte die EU-Kommission am Freitag. Die Delegation habe Griechenland deshalb vorübergehend verlassen, „damit die Regierung die technischen Arbeiten am Budget 2012 und an wachstumsfördernden Strukturreformen beenden kann“.

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos hat indes Medienberichte über einen angeblichen Streit zwischen Athen und den internationalen Finanzkontrolleuren als haltlos zurückgewiesen. „All das, was seit Donnerstagabend über eine Unterbrechung der Verhandlungen geschrieben wird, hat nichts mit der Realität zu tun“, sagte Venizelos am Freitag in Athen. Er bemühte sich die Differenzen klein zu reden: Das Klima der Gespräche mit der „Troika“ sei „gut und produktiv“ gewesen. Die Kontrolleure seien zwar abgereist, sie würden aber in zehn Tagen wiederkommen. Zuvor hatten griechische Medien berichtet, es sei ein Streit zwischen den Kontrolleuren und Athen ausgebrochen.

Venizelos schloss zusätzliche Schritte, um die Staatseinnahmen zu erhöhen, nicht aus. Der Finanzminister rechnet damit, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um fünf Prozent schrumpft. Sie war bereits 2010 um 4,5 Prozent eingebrochen. Das hochverschuldete Land ist auf die internationale Finanzhilfe zwingend angewiesen. Ohne die Milliarden von EU und IWF wäre Griechenland längst pleite.

Die Gerüchte über den angeblichen Streit sorgten auch am deutschen Aktienmarkt für Nervosität: Neben den Sorgen um Griechenland spielte aber auch der US Arbeitsmarktbericht eine Rolle. Der Dax rutschte am Nachmittag um 3,25 Prozent ab.


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