Wirtschaft & Politik

Italienische Regierung wehrt sich gegen S&P-Urteil

„Die Regierung hat stets das Vertrauen des Parlaments bekommen und so Stabilität bewiesen“, heißt es in einer aktuell veröffentlichten Mitteilung aus dem Regierungspalazzo Chigi in Rom. Die Bewertung von S&P habe eher einen politischen Hintergrund, hieß es weiter. Die Bewertung fuße nicht auf Tatsachen, die Regierung habe bereits Maßnahmen zur Haushaltssanierung eingeleitet. Schritte zur Förderung des Wirtschaftswachstums seien ebenfalls in der Pipeline. Wegen der Herabstufung drohen Italien nun höhere Zinsen bei der Aufnahme neuer Kredite. Je ungünstiger die Kreditwürdigkeit, desto größer ist für Gläubiger das Risiko, dass ihr Geld flöten geht.

S&P hatte die Einstufung für das hochverschuldete Italien von „A+“ auf „A“ herabgestuft. Auch der Ausblick wurde mit „negativ“ beurteilt aufgrund mangelnder wachstumsfördernder Maßnahmen. Die zuletzt verabschiedeten Reformen reichten nicht aus, um gegenzusteuern, urteilte S&P. Um das Land wieder liquide zu machen, hatte Berlusconi zwei Sparpakete im Volumen von mehr als 100 Milliarden Euro durch das Parlament gebracht.

Marktbeobachter hatten zuletzt eher damit gerechnet, dass die Ratingagentur Moody’s ihr Urteil als erste senken würde. Moody’s hatte erst letzten Freitag durchblicken lassen, dass die derzeitige Einschätzung für Italien auf wackeligen Füßen steht. Moody’s bewertet Italien in seinem eigenen Rating-System mit „Aa2“ – und damit noch besser als S&P.

(BörseGo)


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