Wirtschaft & Politik

Nächste Griechenland-Tranche wankt

„Das Klima ist jetzt besser. Die Troika kommt. Die nächste Tranche wird ausgezahlt“, frohlockte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos am Montag im griechischen Fernsehen. Jörg Asmussen sieht das anders. Die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB braucht mit ihrer Prüfung, inwieweit Griechenland die nötigen Reformen umsetzt, länger als erwartet. Angesichts dessen sagte Asmussen laut Reuters am Rande der IWF-Jahrestagung in Washington „sehe ich nicht, dass die anstehende Eurogruppe auf ihrer Sitzung am 3. Oktober über die sechste Tranche entscheiden wird.“

Die EU und der IWF hätten Griechenland nur unter bestimmten Bedingungen die Finanzhilfen zugesagt. Griechenland müsse Anpassungen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik vornehmen. Die Troika-Mission prüfe nun die Einhaltung der Versprechen. „Die nächste Zahlung wird es nicht geben, bevor die Troika-Mission abgeschlossen ist und auch nicht, wenn sie nicht von den Maßnahmen überzeugt ist, die Griechenland ergriffen und umgesetzt hat“, so Asmussen weiter.

Brüssel erwägt griechische Banken aus Strukturfonds zu unterstützen

Unterdessen will die Welt aus EU-Kreisen erfahren haben, dass griechischen Banken von der EU-Kommission Garantien aus den EU-Strukturfonds gewährt werden sollen. EU-Taskforce-Chef Horst Reichenbach sieht der Zeitung zufolge ein großes Problem für Griechenlands Wirtschaft darin, dass die Realwirtschaft keinen Zugang zu Darlehen habe. „Der Bankensektor war sehr solide, hat aber unter der Krise der Staatsfinanzen schwer gelitten“, sagte er. „Hier kommt den Strukturfonds der EU die wichtige Rolle zu, wenigstens in gewissen Bereichen Finanzmittel zur Verfügung zu haben, um Wachstumsimpulse zu geben.“

(BörseGo)


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