Wirtschaft & Politik

Hellas-Pleite kaum noch auszuschließen

Details wurden nicht lanciert. Das Paket soll nach Worten beider aber Vorschläge zur Stabilisierung der Währungsunion, zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland, der internationalen Finanzmarktregulierung beinhalten. Zudem soll es unverbindliche Empfehlungen geben, wie Bankinstitute, die in den Sog der Schuldenkrise zu geraten drohen, rechtzeitig gestützt werden können. Sarkozy sagte nach dem Treffen, es gebe keine Uneinigkeit in der Frage einer Rekapitalisierung von Banken. „Wir sind uns voll und ganz einig, wir wissen genau, welchen Weg wir beschreiten wollen“, so der französische Präsident ohne konkret zu werden.

Griechenland solle aber in der Euro-Zone bleiben, betonten die beiden Verantwortlichen. Merkel und Sarkozy zeigten sich im Weiteren auch zuversichtlich, dass die Slowakei trotz internen Streits als letztes der 17 Euro-Länder am Dienstag dem erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF zustimmt. Inzwischen scheint klar zu sein, dass Griechenland um eine radikale Umschuldung nicht mehr herum kommt. Ein Schuldenschnitt von bis zu 60 Prozent halten Experten für denkbar. Gläubiger Griechenlands müssten dann auf diesen Anteil ihrer Forderungen verzichten. Ein „Cut“ in dieser Größenordnung kommt aus Sicht von Ökonomen einer Insolvenz gleich. Als problematisch gilt die Auswirkung eines solchen Schritts auf die europäischen Banken. Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, warnte derweil vor einer Pleite. Er sagte der „Bild“-Zeitung vom Montag, die Folgen einer solchen Insolvenz Griechenlands seien „unabsehbar“.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht hingegen ein hohes Risiko, dass sich die Krise weiter zuspitzt und ausbreitet. Im Interview mit der Frankfurt Allgemeinen Zeitung zeigte er sich besorgt, ob die Griechen ihre gigantische Schuldenlast dauerhaft stemmen können. Auch der britische Premierminister David Cameron forderte die Euro-Zone auf, die Krise rasch zu bewältigen, um Schlimmeres zu vermeiden. Die Zeit dränge, sagte Cameron der „Financial Times“. Die Lage der Weltwirtschaft sei sehr prekär. Entweder werde dafür gesorgt, dass die Eurozone richtig funktioniere oder sie könnte scheitern.

(BörseGo)


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