Wirtschaft & Politik

Soll EZB Italien retten?

Wird die Bank gar mit der Notenpresse aushelfen? Würde das nicht weitere Begehrlichkeiten wecken? Diese Fragen stellt das „Handelsblatt“ (HB) in seiner Freitagausgabe führenden Ökonomen. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman spricht sich für eine Rettung Roms durch die EZB aus: „Am Ende wird die EZB in den Abgrund blicken und sagen: Vergessen wir alle Regeln, wir müssen die Anleihen kaufen“, so der Wissenschaftler im Interview mit dem HB. Dabei machte Krugman aber auch klar, dass es eine Grenze geben müsse – die Inflationsfolgen seien beherrschbar. Nicht beherrschbar wären dagegen die Folgen, wenn „Italien im Härtefall einen Schuldenschnitt machen müsste“. Dann „würde der Euro zerbrechen“, so Krugman.

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, widersprach dieser Auffassung: „Die EZB ist unverändert auf das Ziel der Geldwertstabilität verpflichtet, eine Erweiterung um konjunkturelle Aspekte würde sie erstens überfordern und zweitens schnell ihre Unabhängigkeit gefährden“, sagte er gegenüber dem HB. Diese Auffassung teilte auch der Konjunkturchef des ifo-Instituts Kai Carstensen. Er befürchtete, weitere gleichrangige Mandate neben der Geldwertstabilität, brächten Zentralbanken in einen Zielkonflikt und führten zu mehr Inflation.

(BörseGo)


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