Unternehmensführung

Einkauf als prioritäre Aufgabe gegen Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken

Entsprechend nimmt die Akzeptanz des Einkaufs im Unternehmen stetig zu: 54 Prozent der Führungskräfte geben an, der Einkauf arbeite mit anderen wichtigen Unternehmensfunktionen auf Augenhöhe. Vorreiter sind dabei die Industriebereiche Automobilbau, Handel und Elektronik. Das sind die Ergebnisse der Studie „Purchasing Excellence“ von Roland Berger Strategy Consultants, für die rund 500 Geschäftsführer, COOs und Einkaufsleiter weltweit befragt wurden. „Die Wirtschaftskrise und die Volatilität der Märkte haben auch den Einkauf in den Unternehmen weltweit beeinflusst“, sagt Axel Schmidt, Senior Partner von Roland Berger. „Der Trend geht daher verstärkt in Richtung Risikomanagement: Die Bereiche Einkauf und Beschaffung werden zunehmend genutzt, um sich gegen Währungsschwankungen oder Lieferantenrisiken abzusichern.“

Bedeutung des Einkaufs nimmt zu

Die neue Studie zeigt deutlich, dass die Bedeutung des Einkaufs für Unternehmen stetig wächst: Auf allen drei Handlungsebenen – Strategie, Performance und Voraussetzungen – sind deutliche Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen. Dabei lassen sich 15 wesentliche Trends erkennen, wie etwa die zunehmende Akzeptanz des Einkaufs in den höheren Unternehmensetagen. So genießt der Einkauf in 77 Prozent der Fälle eine breite Unterstützung auf Führungsebene. Bei 58 Prozent der Befragten verantwortet der Einkauf mittlerweile cross-funktionale Projekte, um Kosten zu optimieren – das ist ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten im Vergleich zu 2009.

Absicherung gegen Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken Eine der wichtigsten Funktionen, die dem Einkaufsmanagement zugeschrieben wird, ist jedoch das Managen von Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken – vor allem bei der Anschaffung von Produktionsmaterial. So übernimmt der Einkauf diese Funktion in knapp 70 Prozent der Fälle bei Produktionsmaterial und 46 Prozent bei Nicht-Produktionsmaterial. „Einkaufmanager spielen eine außerordentlich wichtige Rolle im Unternehmen, wenn es darum geht, Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken vorzubeugen“, erklärt Roland Schwientek, Partner von Roland Berger. „Denn durch ihre engen Kontakte zu den Lieferanten und durch ihre guten Kenntnisse des Rohstoffmarktes, sind sie in der Lage, bestimmte Risiken aufzuspüren und zeitig zu handeln.“

So führen über 80 Prozent der Befragten regelmäßig Lieferanten-Audits, um von anstehenden Preiserhöhungen zeitig zu erfahren. 62 Prozent der Unternehmen bauen sich Beschaffungsalternativen auf, um steigenden Preisen bzw. Währungsschwankungen entgegenzuwirken. Dabei achten Firmen auch zunehmend auf die Nachhaltigkeit bei den gelieferten Materialien – vor allem beim Produktionsmaterial genießt das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert (74%).


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