Personal

Jeder zehnte Arbeitgeber sieht Neueinstellungen vor

Anscheinend unbeeindruckt von zurückhaltenden Wirtschaftsprognosen und finanzpolitischen Turbulenzen in der Euro-Zone bleibt die Einstellungsbereitschaft auf ähnlich hohem Niveau wie vor einem Jahr. Der saisonal bereinigte Netto-Beschäftigungsausblick erreicht für die Monate Januar bis März 2012 einen Wert von +10 Prozent. Im Vergleich zum vierten Quartal 2011 entspricht das einem leichten Minus von 2 Prozentpunkten. Im Jahresvergleich bleibt der Wert stabil. Der Netto-Beschäftigungsausblick berechnet sich, indem die Prozentzahl der Arbeitgeber, die im kommenden Quartal Personalabbau planen, von der Prozentzahl derer, die Einstellungen planen, abgezogen wird.

Talente sichern

Vera Calasan, Geschäftsführerin des Personaldienstleisters ManpowerGroup Deutschland, führt die Zuversicht im verarbeitenden Gewerbe besonders auf „die nach wie vor vollen Auftragsbücher“ zurück. „Die Unternehmen müssen die Nachfrage bedienen und das bringt gute Chancen für Bewerber mit sich, besonders für solche, die über die gefragten Qualifikationen verfügen. Aus Gesprächen mit Unternehmen weiß ich aber auch, dass der Mangel an Fachkräften einen erheblichen Teil der weiterhin hohen Einstellungsbereitschaft ausmacht. Viele Unternehmen können seit Monaten offene Stellen nicht besetzen und nehmen schließlich die Expertise von Personaldienstleistern in Anspruch“, führt Calasan aus.

„Das Talent wird zum entscheidenden Faktor für den Erfolg von Unternehmen“, so Calasan weiter. „Wir beobachten, dass sich viele Kundenunternehmen Talente sichern, indem sie Mitarbeiter aus der Arbeitnehmerüberlassung in die Stammbelegschaft übernehmen. Das ermöglicht ihnen, unsere Mitarbeiter zunächst kennenzulernen.“

Arbeitgeber in München zuversichtlicher

Das Manpower Arbeitsmarktbarometer zeigt, dass Personalentscheider in München mit +12 Prozent die mit Abstand höchste Einstellungsbereitschaft für die ersten drei Monate 2012 berichten. Der Wert für Frankfurt sinkt sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich und liegt, wie im Großraum Ruhr, bei optimistischen +9 Prozent. Arbeitgeber in Berlin zeigen mit +5 Prozent die geringste Einstellungsbereitschaft unter den vier erfassten Wirtschaftszentren in Deutschland.

Wo der Bewerbermarkt angespannt bleibt

Je höher die Einstellungsbereitschaft, desto angespannter der Bewerbermarkt. Wenn es nach dieser Formel geht, herrschen im Bereich Finanzen und Dienstleistungen aus Arbeitgebersicht die größten Schwierigkeiten, den Bedarf zu decken. Das Arbeitsmarktbarometer steht dort bei +15 Prozent. Das verarbeitende Gewerbe weist einen Netto-Beschäftigungsausblick von +10 Prozent auf. Das ist ein Plus von 7 Punkten, verglichen mit den Werten für die ersten drei Monate 2011, aber ein leichter Rückgang um 2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal. Arbeitgeber im Bereich Transport und Kommunikation sehen leicht verbesserte Chancen für Bewerber und prognostizieren einen Netto-Beschäftigungsausblick von +9 Prozent, eine Zunahme um 4 Punkte im Quartalsvergleich bzw. um 5 Punkte, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt planen Unternehmer in acht von neun betrachteten Branchen Neueinstellungen. Zum vierten Mal in Folge zeigen Arbeitgeber in der Land- und Forstwirtschaft die schwächste Einstellungsbereitschaft und kommen mit -2 Prozent auf den einzigen negativen Wert.


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