Wirtschaft & Politik

Wechselbereitschaft bei Banken- und Sparkassenkunden nimmt zu

Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage von INNOFACT und BBE media unter mehr als 500 deutschen Bankkunden. Demnach denken 30 Prozent über einen Bankwechsel nach, davon planen 6 Prozent einen solchen Schritt in den nächsten sechs Monaten.

Der aufgeklärte Bankkunde sucht immer mehr nach attraktiven Angeboten und ist dabei immer wechselbereiter. Befragt nach den Gründen für einen Bankwechsel wurden von den weitaus meisten Teilnehmern der INNOFACT – Befragung vor allem die günstigen Konditionen und Zinsen genannt. Mit insgesamt 77 Prozent wurde dieses Kriterium am weitaus häufigsten angegeben und liegt mehr als doppelt so hoch wie das auf dem zweiten Platz folgende Kriterium der besseren Beratung. Allerdings nutzen bei weitem nicht alle Kunden beim Wechsel ihrer Hausbank aktuelle Angebote des neuen Kreditinstituts. Eine bessere Beratung stellt für insgesamt rund 30 Prozent aller Befragten ein wichtiges Kriterium für einen Bankwechsel dar, knapp dahinter folgt der Faktor der besseren Erreichbarkeit der Filiale, der von 29 Prozent angegeben wurde. Ein besserer Service und eine höhere Freundlichkeit wurde mit 28 Prozent ebenfalls vergleichsweise häufig angegeben, der Faktor der interessanteren Finanzprodukte spielte für insgesamt 28 Prozent eine Rolle. Mehr Vertrauen in ein bestimmtes Institut nannten insgesamt 25 Prozent aller Befragten, während 21 Prozent mehr Kompetenz und Sachkunde als einen wichtigen Wechselgrund betrachteten.

Auch wenn die meisten Kunden mit ihrem Kreditinstitut derzeit noch zufrieden sind, befinden sich viele Bankkunden „auf dem Absprung“. Bisher hat das Vertrauen in die Hausbank noch am wenigsten gelitten. In längerfristiger Betrachtung macht sich seit Ausbruch der Finanzkrise jedoch bemerkbar, dass die Verbraucher auch gegenüber ihrer Bank oder Sparkasse kritischer geworden sind. Zwar hat sich die Bereitschaft erhöht, die Bank und das Girokonto zu wechseln, doch ist das Gros der Kunden mit einem Anteil von rund 90 Prozent grundsätzlich zufrieden.

Die hohe Zufriedenheitsquote muss indes auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass viele Bankkunden mehrere Konten unterhalten. Während sie das Girokonto unverändert bei ihrer Präsenzbank führen, wickeln vor allem die Jüngeren und Besserverdienenden viele Geldanlagegeschäfte über Zweit- oder Drittkonten ab. Zunehmend wechselwillige Kunden, immer komplexere Produkte sowie ein hart geführter Preiskampf – nicht erst seit der Finanzkrise wächst der Wettbewerb unter den Banken und Sparkassen. Ein effektives Kundenbeziehungsmanagement ist für die Institute daher unerlässlich, um vor allem die seit Mitte der neunziger Jahre ständig steigende Zahl der Wechselwilligen, von einer Abwanderung zur Konkurrenz abzuhalten.


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