E-Business

Deutscher ITK-Markt wächst um 1,6 Prozent

„Die Innovationsdynamik der ITK-Branche ist ungebrochen hoch“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf in Hannover. „Die Schuldenkrise in Europa kann dem deutschen Hightech-Markt bislang nichts anhaben. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt.“ Zum Jahreswechsel 2011/2012 verzeichneten laut einer BITKOM-Umfrage fast drei Viertel der ITK-Firmen einen höheren Auftragseingang als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Anlässlich der CeBIT forderte der BITKOM weitere Anstrengungen der Politik beim Aufbau intelligenter Infrastrukturen, unter anderem in den Bereichen Energie, Verkehr und Gesundheit. Ein neuer Ansatz sei zudem in der Netzpolitik notwendig. Kempf: „Die aktuellen Debatten über das Urheberrecht und den Datenschutz in der digitalen Welt zeigen den hohen Reformbedarf.“

Laut den BITKOM-Prognosen wird der Umsatz mit Informationstechnologie (IT-Hardware, Software, IT-Services) im Jahr 2012 in Deutschland um 3,1 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro steigen. Der Markt mit IT-Hardware erzielt ein Plus von 3 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro. „Kräftige Verschiebungen gibt es innerhalb des PC-Marktes“, sagte Kempf. Der Umsatz mit stationären PCs (Desktops) sinkt um 4,4 Prozent und mit handlichen Netbooks sogar um 31 Prozent. Dagegen boomt das Geschäft mit Tablet Computern. Der Umsatz mit Tablets steigt voraussichtlich um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das wichtige Geschäft mit Notebooks erholt sich und kommt auf ein Umsatzplus von 4 Prozent. Ein kräftiges Wachstum erzielt der Software-Markt mit plus 4,4 Prozent auf knapp 17 Milliarden Euro. IT-Services wie Outsourcing, Wartung u.a. legen voraussichtlich um 2,5 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro zu. „Software und IT-Dienste profitieren von der anhaltend starken Nachfrage aus der Wirtschaft nach neuen IT-Lösungen“, sagte Kempf. Zusätzliche Impulse bringe das Cloud Computing. Laut BITKOM wird der Markt für Cloud-Dienste im Jahr 2012 um 47 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zulegen.

In der Telekommunikation erwartet der BITKOM im Jahr 2012 ein leichtes Umsatzplus in Höhe von 0,6 Prozent auf 66,1 Milliarden Euro. Wie bereits seit Jahren sinken die Umsätze mit Sprachdiensten sowohl im Festnetz (minus 7 Prozent) als auch im Mobilfunk (minus 4,7 Prozent). Gründe für den Rückgang sind neben einem intensiven Wettbewerb die Eingriffe der Regulierungsbehörden. „Seit Jahren sinken die Termininierungsentgelte im Inland und die Roaminggebühren im Ausland“, sagte Kempf. „Dem Markt werden auf diese Weise Mittel entzogen, die für Investitionen in den Breitbandausbau im Festnetz und im Mobilfunk fehlen.“ Auf der anderen Seite boomen einige Segmente. Der Umsatz mit mobilen Datendiensten steigt um 12 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Dank der begehrten Smartphones legt der Markt für Mobiltelefone um 6,2 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu.

Etwas verhaltener läuft das Geschäft mit digitaler Unterhaltungselektronik. Der Markt verliert 2012 knapp 1 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Bei Flachbildfernsehern steigen die Absatzzahlen im Jahr von Fußball-EM und Olympia auf fast 10 Millionen Stück, aber infolge des Preiswettbewerbs sinken die Umsätze. „Das TV-Segment ist weiter hoch innovativ“, sagte Kempf. „Die Display-Technologie entwickelt sich ständig weiter.“ Entscheidend sei aber die Internetfähigkeit vieler Modelle. Kempf: „Das klassische Fernsehen und das Internet mit seinen Möglichkeiten der Interaktion und Kommunikation wachsen immer stärker zusammen.“


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