Unternehmensführung

65 Prozent der deutschen Unternehmen verzichten auf Frühwarnsystem

32 Prozent verzichten auf eine laufende Suche nach alternativen Anbietern. Das sind Ergebnisse der Studie „Ertragssicherung in der Finanzkrise“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. In jüngster Zeit mussten selbst einige deutsche Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden, auch Zulieferer waren von Auswirkungen der Turbulenzen auf den Kapitalmärkten betroffen, teilweise unerwartet für Angestellte, Kunden und Geschäftspartner. Der plötzliche Konkurs eines Lieferanten kann ganz erhebliche Störungen in der Supply Chain verursachen. Immerhin geben 33 Prozent aller befragten Unternehmen an, sehr stark von ihren Lieferanten und Dienstleistern abhängig zu sein.

Insgesamt sichern 62 Prozent ihr Unternehmen dadurch gegen einen möglichen Ausfall ab, dass sie laufend nach adäquaten Lieferanten suchen, die die ausgefallene Firma ersetzen können. 35 Prozent überwachen Dienstleister und Lieferanten, aber auch Kunden laufend mit einem Frühwarnsystem. „Ein Frühwarnsystem kann rechtzeitig anhand des Liefer- und Zahlungsverhaltens, eines Wechsels der Bankverbindung und anderer Auffälligkeiten auf eine mögliche drohende Insolvenz hinweisen“, sagt Dr. Joachim Philippi von Steria Mummert Consulting. Dadurch können diese Unternehmen deutlich früher auf einen zu erwartenden Ausfall reagieren und haben mehr Zeit, nach geeigneten Alternativen zu suchen. So wird die Versorgungskette so wenig wie möglich gestört.

Finanzdienstleister haben selten Frühwarnsystem

Doch besonders Finanzdienstleister wie Banken und Versicherungen sind nachlässig – 36 Prozent sichern sich laut der Studie von Steria Mummert Consulting überhaupt nicht gegen einen Ausfall von Dienstleistern oder Lieferanten ab. Insgesamt verzichten 18 Prozent aller befragten Entscheider auf jegliche Art der Absicherung und suchen weder permanent nach potenziellem Ersatz noch setzen sie ein Frühwarnsystem ein. Nur Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe haben ihre Supply Chain gut abgesichert. Nur acht Prozent verzichten auf jegliche Maßnahmen, 58 Prozent nutzen ein Frühwarnsystem und 67 Prozent eine laufende Suche nach Ersatz. „Es ist extrem wichtig, die kritischen Elemente in der Lieferkette zu kennen und abzusichern. Das Beispiel aus dem letzten Jahr, wo ein französischer Automobilhersteller einen Ausfall von geschätzt 45.000 Zulassungen hatte, weil spezielle Schrauben zur Befestigung der Motorblöcke monatelang nicht geliefert werden konnten, zeigt, dass auch der Ausfall von kleinen Lieferanten großen Schaden anrichten kann“, sagt Dr. Joachim Philippi von Steria Mummert Consulting.


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