E-Business

Fernsehgewohnheiten verändern sich in Zeiten der Digitalisierung

Die Entwicklung hat gerade erst begonnen, schon treten etablierte und neue Player an, das Fernsehen von Morgen zu definieren. Der Multi-Channel-Spezialist Interone zeigt in seiner neuesten Studie „TV to come, TV to go“ bereits heute, wohin der Weg des Fernsehens führen wird und wie die Markenkommunikation der Zukunft aussehen könnte.

Wenn aus Zuschauern Zuhörer werden

Fast ein halbes Jahrhundert war Fernsehen das Leitmedium – heute aber rütteln Smartphone, Tablet und Laptop am Thron und haben als Second Screens längst ihre festen Plätze auf den Sofas erobert. Zwar steigt der TV-Konsum weiterhin, doch hat das Fernsehen an Aufmerksamkeit verloren – die Seh- und Nutzungsgewohnheiten verändern sich: 67 Prozent der Befragten lassen den Fernseher häufig oder gelegentlich nur mehr nebenbei laufen. Der Nutzer greift heute zum iPhone, um das TV-Programm zu lesen, tauscht sich beim Tatortschauen über Twitter aus oder nutzt die Connect Anwendung von „The Voice of Germany“, um mit Freunden zu chatten. Neue Apps wie IntoNow von Yahoo synchronisieren sich über das Mikrofon direkt mit dem Programm, um Zusatzangebote zu bieten. Zwischen klassischem TV und On-Demand-Nutzung gibt es aber eine klare Trennung. On Demand-TV und DVDs werden heute bewusst konsumiert, wohingegen das Fernsehen zum Ambientmedium wird, von dem der Nutzer sich berieseln lassen möchte.

Das Fernsehen verlässt den Fernseher

Fernsehen und Bewegtbild-Inhalte werden nicht nur auf den unterschiedlichsten Geräten verfügbar sein, es kommen neue Beschäftigungsmöglichkeiten hinzu. Die Inhalte emanzipieren sich von den Geräten. So ist jeder vierte Befragte der Meinung, dass er 2015 – wie auf dem Smartphone – Apps auch auf dem Fernseher nutzen wird. 43 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie von allen Geräten bald jederzeit auf alle Inhalte zugreifen werden und immerhin 41 Prozent haben vor, ihren Fernseher bis 2015 an das World Wide Web anzuschließen.

Die Internetlogik erreicht das TV

Bislang waren Fernseher einfache Geräte, die mit wenigen Knöpfen bedient werden konnten. Nach Computer, Mobiltelefonen und Spielkonsolen gehen nun auch sie online. Dem Beispiel der Musik- und Verlagsindustrie folgend wird das klassische Fernsehen damit die nächste Branche sein, die von der Internetlogik umgekrempelt wird. Denn Internet-Schwergewichte wie Amazon, Google, Apple und Facebook denken visionär und haben ehrgeizige Pläne sowie die nötige Macht, diese Revolution voranzutreiben. Wie schon zuvor im Smartphone-Bereich werden sie über sehr unterschiedliche Strategien die Fernseher erobern.

Amazon und Google in den Startlöchern

Während Google nicht nur YouTube und GoogleTV ins Rennen schickt, sondern durch den Kauf von Motorola auch noch Gerätehersteller geworden ist und Amazon mit Lovefilms über eine erfolgreiche Online-Videothek verfügt, nehmen Programmverantwortliche und Werbetreibende derzeit noch eine eher abwartende Haltung ein. Kein Wunder also, dass 45 Prozent der Nutzer Gerätehersteller und Computer- und Software-Unternehmen als zentrale Player sehen, die das Fernsehen von Morgen definieren. Dagegen trauen gerade mal 9 Prozent der Befragten diese Rolle den öffentlich-rechtlichen Sendern zu.


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