Personal

Mitarbeiterbindung durch betriebliche Nebenleistungen

Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Mercer, an der im letzten Quartal 2011 knapp 600 Unternehmen aus Europa teilgenommen haben. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und angesichts des Trends zu Mehrgenerationenbelegschaften gewinnen Flexible Benefits-Programme immer mehr an Bedeutung. Sie bieten Unternehmen die Chance, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitergruppen einzugehen und sich damit als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren“, so die Einschätzung von Mercer-Experte Rolf Misterek. „Auch die starke Verbreitung von Arbeitszeitkonten (30% der Unternehmen bieten diese an), die oftmals zu den wählbaren Nebenleistungen gehören, unterstreicht die große Bedeutung flexibler Arbeitsbedingungen.“

Verwaltungsaufwand erschwert Wahlprogramm

Die größten Hindernisse bei der Einführung und Etablierung eines Wahlprogramms stellen für deutsche Unternehmen die Komplexität der Verwaltung (92 Prozent), die erforderlichen Ressourcen (85 Prozent) und die Kosten (81 Prozent) dar. Im Rahmen von Wahlmöglichkeiten bei den Benefits werden in Deutschland am häufigsten Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (56 Prozent) angeboten, gefolgt von Dienstwagen (43 Prozent), Lebensversicherung (48 Prozent) und Krankenversicherung (39 Prozent). Auch unabhängig von Flexible Benefits-Programmen ist in Deutschland die betriebliche Altersversorgung als Benefit am meisten verbreitet (96 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgen Unfallversicherung (74 Prozent), Mitarbeiter-Trainings (70 Prozent) und Dienstwagen (65 Prozent). „Bemerkenswert ist, dass in Deutschland bereits 43 Prozent der Unternehmen Programme zur Gesundheitsförderung eingeführt haben. In anderen europäischen Ländern liegt der Anteil deutlich niedriger, in UK zum Beispiel bei 17 und in den Niederlanden bei 15 Prozent“, erklärt Misterek.

Rund 70 Prozent aller Unternehmen in Deutschland bieten „freiwillige“ betriebliche Nebenleistungen zu vergünstigten Konditionen an, die von den Mitarbeitern selbst finanziert werden müssen. Jedoch gehören diese Angebote nur in zehn Prozent der Unternehmen zu den Wahlprogrammen. „Dies macht deutlich, dass sich die Idee, den Mitarbeitern Wahlmöglichkeiten anzubieten, in Deutschland noch nicht richtig durchgesetzt hat“, so Misterek weiter.

64 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit Flexible Benefits-Programmen haben diese vor mehr als fünf Jahren eingeführt. In den letzten zwei Jahren lag die Quote nur bei neun Prozent. „Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern haben die Unternehmen in Deutschland sehr früh begonnen, Wahlprogramme einzuführen. Während der Krise ist der Trend dann stark zurückgegangen“, erklärt Misterek. Fast 70 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind der Meinung, dass die Wahlprogramme ihre Ziele erfüllt haben und 62 Prozent gaben an, ein positives Feedback von den Mitarbeitern erhalten zu haben. Bei 38 Prozent waren die Rückmeldungen gemischt, ein rein negatives Feedback konnte keines der befragten Unternehmen verzeichnen.


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