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Frauen droht bei Teilzeitarbeit Altersarmut

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Freien Universität Berlin. Die Wissenschaftler untersuchten die Situation der heute 45- bis 50-jährigen Frauen. Begründet wird das mit der speziellen Erwerbsbiografie der Frauen: Sie arbeiten häufig in Teilzeit oder haben Minijobs, damit genügend Zeit für die Familie bleibt. Der Strukturwandel im Arbeitsmarkt verstärkt diesen Trend. Eine lange Berufskarriere im gleichen Unternehmen ist heute selten, es gibt generell mehr Teilzeit- und Niedriglohnjobs sowie Phasen der Arbeitslosigkeit. Nicht zuletzt lässt die hohe Scheidungsrate das traditionelle Versorgermodell bröckeln. „Frauen sollten sich nicht darauf verlassen, im Alter über den Ehemann abgesichert zu sein und eine eigene Altersvorsorge aufbauen“, sagt Andrea Wolf, Vermögensberaterin beim Stuttgarter Finanzdienstleister Mandavi Group AG.

Je früher die Altersvorsorge beginnt, desto besser – das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Frauen schieben die Entscheidung jedoch oft hinaus. Viele befürchten, während einer Familienpause keine regelmäßigen Beiträge zahlen zu können. Dabei lässt sich zum Beispiel eine Riester-Rente schon ab 60 Euro jährlich abschließen. „Dank der staatlichen Grund- und Kinderzulage verbessert sich die Versorgungssituation im Alter deutlich“, erklärt Finanzexpertin Wolf.

Auch jenseits der privaten Rentenversicherung gibt es interessante Vorsorgemodelle – von Fonds bis zur eigenen Immobilie, die das mietfreie Wohnen im Alter sichert. Vor der Entscheidung für ein bestimmtes Finanzprodukt sollten sich Frauen deshalb gut informieren und Rat einholen. „Ziel der Beratung ist ein Konzept, das flexibel genug ist, sich den unterschiedlichen Lebensphasen der Frau anzupassen. Die individuelle Erwerbsbiografie sollte dabei ebenso berücksichtigt werden wie Lebensalter, Risikobereitschaft und Renditeerwartungen“, sagt Andrea Wolf.

Links zum Thema:

destatis: Teilzeitquote von Frauen in Deutschland deutlich über EU-Durchschnitt


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