E-Business

Social Media am Arbeitsplatz – unerwünschtes Privatvergnügen oder normale Entwicklung?

Das zeigt der aktuelle Kelly Global Workforce Index von Kelly Services, dem weltweit führenden Anbieter von Personallösungen, für den insgesamt 4.000 Menschen in Deutschland und fast 170.000 Menschen weltweit befragt wurden.

Social Media können für Unternehmen Fluch und Segen gleichermaßen sein: Einerseits sind sie für viele Menschen inzwischen so selbstverständlich und dauerhaft präsent in ihrem täglichen Leben, dass dies auch die Arbeitszeit umschließt. Dass Facebook & Co. mit nur wenigen Klicks stets bereitstehen, senkt die Hemmschwelle für entsprechende private Aktivitäten zusätzlich. Andererseits sind Social Media auch für Unternehmen von elementarer Bedeutung, als Kommunikationsplattform genauso wie als Akquise-Instrument. „Hier kann man wirklich vom Aufeinanderprallen zweier Welten sprechen: Die private Welt des Arbeitnehmers kollidiert mit den Anforderungen des Unternehmens – das aber seinerseits oft gleichfalls in den Social Media präsent und aktiv ist. Problematisch ist dabei neben dem Ablenkungseffekt auch die Kommunikation: Wie äußert sich der einzelne Mitarbeiter zum Beispiel bei Online-Diskussionen zu unternehmensrelevanten, gegebenenfalls sensiblen Themen?“, kommentiert Dinette Koolhaas, VP & Regional General Manager Western Europe von Kelly Services.

Vermischung Privates und Berufliches

Rund 52 Prozent der Befragten in Deutschland befürchten Einschränkungen der Produktivität bei privatem Social Media-Gebrauch während der Arbeitszeit, 31 Prozent sehen die Vermischung von Privatem und Beruflichem mit Skepsis. Auf der anderen Seite sind 46 Prozent der Arbeitnehmer der Ansicht, es gäbe keinen guten Grund, sich nicht auch am Arbeitsplatz privat in sozialen Netzwerken zu bewegen. Dass es hier zu Konflikten kommen kann, ist naheliegend. Jedoch sind „nur“ 11 Prozent der Arbeitnehmer bereits aufgefordert worden, private Social Media-Aktivitäten während der Arbeitszeit zu unterlassen. Immerhin 17 Prozent finden es legitim, Meinungen über den Arbeitsplatz und die Firma im Rahmen sozialer Netzwerke auszutauschen und zu teilen.

Die sozialen Netzwerke sind für Unternehmen heute nicht nur eine bedeutende Plattform zur Selbstdarstellung, sondern auch eine wichtige Ressource zur Anwerbung neuer Talente. Ein Viertel der Befragten glaubt, die Social Media-Präsenz für Unternehmen notwendig und wünschenswert sei. Immer mehr hoch qualifizierte Talente nutzen diesen Weg, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren und sich zu bewerben. Etwa ein Viertel wählt sogar ausschließlich diesen Weg.


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