Personalbindung

Unternehmen wollen Mitarbeiter halten, tun aber zu wenig dafür

Zu dieser Erkenntnis gelangt der HR-Report 2012/2013, den das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) jährlich mit dem Personaldienstleister Hays veröffentlicht. Es folgt die Reputation des Arbeitgebers mit 76 Prozent. Newcomer auf den vordersten Plätzen ist im Vorjahresvergleich die marktgerechte Entlohnung. Sie kletterte von 57 auf immerhin 77 Prozent. Ein Indiz für die Knappheit an qualifizierten Mitarbeitern auf einigen Arbeitsmärkten.

Kluft zwischen Anspruch und Handeln

Die signifikanteste Erkenntnis vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist allerdings die hohe Diskrepanz zwischen der Bedeutung und der tatsächlichen Umsetzung von Instrumenten zur Mitarbeiterbindung. So geben beispielsweise nur 70 Prozent der befragten Unternehmen an, über ein gutes Betriebsklima zu verfügen. Und eine gute Reputation sprechen nur 55 Prozent der Befragten ihrem Arbeitgeber zu, obwohl ihr eine ungleich höhere Bedeutung zugesprochen wird.

Diese Kluft zwischen Anspruch und Handeln zeigt, dass Unternehmen noch einen hohen Nachholbedarf in puncto Mitarbeiterbindung haben. Einzige Ausnahme: das Thema flexible Arbeitszeitmodelle, dessen Stellenwert nahezu deckungsgleich mit dem Grad der Umsetzung ist. Viele Unternehmen haben hier bereits ihre Hausaufgaben gemacht und bieten flexible Arbeitszeiten an. Der Vergleich zwischen großen und mittelständischen Unternehmen zeigt: Konzerne bieten ein weitaus umfangreicheres Maßnahmenspektrum zur Mitarbeiterbindung an (vor allem mit Blick auf die Sozialbetreuung, die Gesundheitsförderung und Karriereperspektiven) als der Mittelstand. Der öffentliche Dienst punktet insbesondere mit Beschäftigungssicherheit und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und jeweiliger Lebensphase.


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