Wirtschaft & PolitikEuropäer haben wenig Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage in elf europäischen Ländern, die YouGov im Auftrag von „Investmentfonds. Nur für alle.“, einer Initiative zahlreicher Publikumsfondsgesellschaften, durchgeführt hat. Zwar fühlt sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) ausreichend über die private Altersvorsorge informiert. Eine deutliche Mehrheit von 79 Prozent ist aber der Ansicht, mehr privat vorsorgen zu müssen, um den individuellen Lebensstandard im Alter halten zu können. Dennoch würde nur rund ein Viertel (27 Prozent) der europäischen Sparer zusätzliches Einkommen für die private Altersvorsorge zurücklegen.

„Die Umfrage zeigt, dass die Angst vor Altersarmut ein europaweites Phänomen ist“, sagte Thomas Neiße, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Frankfurt. „Zugleich offenbart sie ein gestörtes Vertrauen der Europäer in die staatlichen Vorsorgeangebote und deutliche Lücken in der privaten Altersvorsorge“, so Neiße weiter.

Furcht vor Altersarmut in Krisenländern besonders groß

In den stark durch die Schuldenkrise betroffenen Ländern Südeuropas ist auch die Angst vor Altersarmut besonders weit verbreitet. In Portugal und Italien befürchten jeweils neun von zehn Befragten Armut im Alter. In Griechenland und Frankreich fürchten über 80 Prozent Altersarmut, in Spanien sind es fast drei Viertel (73 Prozent). Doch auch in wirtschaftsstarken Ländern sind die Bürger stark verunsichert. So befürchten beispielsweise 63 Prozent der Deutschen und knapp die Hälfte (45 Prozent) der Norweger Armut im Alter. In Deutschland ist die Angst damit etwas weniger verbreitet als im Durchschnitt aller Länder (69 Prozent).

Mehrheit der Europäer hält sich für sparsam

Mehr als die Hälfte aller Befragten (62 Prozent) sieht sich finanziell nicht in der Lage, privat für das Alter vorzusorgen. Das gilt vor allem für die Südeuropäer und Franzosen. Den geringsten finanziellen Spielraum für Altersrücklagen sehen die Bürger in Griechenland. Dort gaben 78 Prozent der Befragten an, keine private Vorsorge leisten zu können, gefolgt von den Portugiesen (75 Prozent). Auch in Spanien, Italien und Frankreich sind jeweils über 70 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Deutschland liegt mit 58 Prozent knapp im Mittelfeld. Den meisten Spielraum sehen die Norweger: Dort gab nur knapp die Hälfte (45 Prozent) an, keine privaten Rücklagen für die Altersvorsorge bilden zu können.

Dabei halten sich fast alle Europäer schon jetzt mehrheitlich für sparsam. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es kaum Unterschiede bezüglich der Einschätzung der eigenen Sparsamkeit. Im Schnitt gaben drei Viertel der Befragten an, „sehr sparsam“ oder „eher sparsam“ zu sein. In den Krisenländern Griechenland und Portugal sind 75 Prozent beziehungsweise 81 Prozent dieser Auffassung. Die Deutschen sehen sich mit 78 Prozent auf Platz zwei bei der Sparsamkeit, hinter den Portugiesen. Schlusslicht sind die Spanier, die sich zu 40 Prozent für „eher nicht“ oder „überhaupt nicht sparsam“ halten.


1Kommentare

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  1. 1 Katrin | 16. Oktober 2014

    In der heutigen Zeit ist es sehr wichtig frühzeitig mit der zusätzlichen Altersvorsorge zu beginnen, denn ohne diese, gerät man im Alter schnell in die Altersarmut, denn die gesetzliche Rente reicht einfach nicht mehr aus, um das Leben zu bezahlen.