UnternehmensführungZahlungsausfälle in Osteuropa nehmen zu

Dies zeigt der Atradius Zahlungsbarometer. Einhergehend mit der sinkenden Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, könnte das die Wachstums- und Ertragsaussichten der osteuropäischen Unternehmen in diesem Jahr schmälern. Für die Atradius-Studie wurden 820 Unternehmen in Polen, Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik nach ihren Zahlungserfahrungen mit Geschäftspartnern im In- und Ausland befragt. Diese Länder sind von den Auswirkungen der finanziellen Beschränkungen in einigen Euroländern betroffen, was sich in einer deutlichen Zunahme der lange überfälligen Forderungen gegenüber Firmenkunden zeigt. Insbesondere bei den Exportgeschäften stieg die Gesamtsumme der mehr als 90 Tage zu spät beglichenen Rechnungen merklich von 3,6 Prozent auf 4,7 Prozent an.

Chris van Lint, Chief Risk Officer von Atradius, kommentiert: „Die wirtschaftlich angeschlagenen Volkswirtschaften in der Eurozone verursachen zunehmend mehr Zahlungsverzögerungen und Forderungsverluste bei Lieferanten aus Osteuropa. Davon betroffen sind besonders jene Unternehmen, die stark von Exporten in diese Länder abhängig sind. Eine anhaltende Verbesserung der Zahlungsmoral ist vor der zweiten Jahreshälfte 2014 oder 2015 nicht zu erwarten.“

Zahlungsausfälle nehmen bei inländischen und ausländischen Firmenkunden zu

Die befragten osteuropäischen Unternehmen mussten mehr Forderungen als uneinbringlich abschreiben als noch im Vorjahr. Die Gesamtsumme der ausgefallenen Forderungen gegenüber ausländischen Firmenkunden stieg um 44,4 Prozent auf 2,6 Prozent an. Bei inländischen Firmenkunden erhöhten sich die Ausfälle um 38,5 Prozent auf 3,6 Prozent. Besonders von Zahlungsausfällen betroffen sind Unternehmen in Polen und der Tschechischen Republik. In Polen mussten durchschnittlich 5,8 Prozent aller Rechnungen gegenüber Geschäftspartnern im Inland und 5,1 Prozent der Forderungen gegenüber ausländischen Firmenkunden als Totalausfall verbucht werden. In Tschechien gaben die Unternehmen an, dass sie im Vergleich zum Vorjahr fast doppelt so viele Forderungen (4,2 Prozent) aus Exportgeschäften abschreiben mussten.

Zahlungen auf Ziel gehen zurück

Insgesamt ist die Bereitschaft der osteuropäischen Unternehmen, Zahlungen auf Ziel zu gewähren, zurückgegangen. Besonders deutlich zeigte sich dies im rezessionsgeplagten Tschechien, wo im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der mit Zahlungsziel abgewickelten Exportgeschäfte um rund die Hälfte zurückging.

Fehlende finanzielle Mittel sind der Hauptgrund für Zahlungsverzögerungen

Insbesondere die befragten Unternehmen in Ungarn gaben fehlende Liquidität als häufigste Ursache für die Zahlungsverzögerungen ihrer inländischen Geschäftskunden an (88,2 Prozent der Befragten), während die slowakischen Befragten dies als Hauptgrund für die verspäteten Zahlungen ihrer ausländischen Firmenkunden angaben (68,3 Prozent).

„Die Unternehmen in der Region zeigen sich besorgt darüber, wie sie angesichts der zunehmenden Zahlungsausfälle einen angemessenen Cashflow aufrechterhalten können. Die Zunahme bei den langfristig offenen Rechnungen und den Forderungsverlusten schränkt die Unternehmen dabei ein, profitable Geschäftschancen wahrzunehmen“, so Dr. Thomas Langen, Gesamtverantwortlicher für den Vertrieb Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. „In jedem Fall sind das sorgfältige und aktive Management der Handelskreditrisiken und der Schutz vor Zahlungsausfällen durch eine Kreditversicherung ausschlaggebend, um Unternehmen finanziell gesund zu erhalten.“


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