UnternehmensführungEinkaufsgemeinschaften zeichnen sich durch hohe Termintreue, doch geringes Einsparpotenzial aus

Wie bewerten Unternehmen die Leistung? Und welche Einkaufsgemeinschaft lässt den einzelnen Mitgliedern weitreichende unternehmerische Freiheit und realisiert die höchsten Kostenvorteile? Das Deutsche Institut für Service-Qualität untersuchte in einer Befragung im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „Markt und Mittelstand“, wie zufrieden Unternehmensentscheider mit Einkaufsgemeinschaften in den Branchen Apotheken, Möbel und Unterhaltungselektronik sind.

Insgesamt erbrachten die acht betrachteten Einkaufsgemeinschaften aus Sicht ihrer Mitglieder eine gute Leistung. Dabei punkteten die Verbundgruppen besonders durch glaubwürdige Mitarbeiter und die Einhaltung von Terminen. Die Apothekenkooperationen in der Befragung überzeugten zusätzlich durch die zügige Bearbeitung von Anfragen. Branchenübergreifend kristallisierte sich zudem die kurze Lieferdauer bei Bestellungen als eine der Stärken der Kooperationen heraus.

Den Hauptgrund für die Mitgliedschaft in einer Einkaufskooperation sehen allerdings zu wenige Befragte erfüllt: „Nur 60 Prozent sind mit dem Einsparpotenzial durch die Gemeinschaft zufrieden“, erläutert Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität. Für den Endverbraucher sind Einkaufsgemeinschaften kaum relevant – zumindest nach Meinung der Befragten. Mit Ausnahme der Entscheider in der Unterhaltungselektronik schätzten die Teilnehmer die Signalwirkung auf den Verbraucher gering ein. Ebenso wenig tragen Verbundgruppen nach Ansicht der Befragten zur Gewinnung von Neukunden bei – selbst wenn diese für einen gemeinsamen Markenauftritt der Mitglieder sorgen. Eklatante Schwächen zeigten sich auch im Umgang mit Beschwerden: Fünf Kooperationen erhielten hier lediglich das Urteil „ausreichend“. Trotzdem sah der größere Teil der Unternehmensentscheider die Zusammenarbeit mit einer Kooperation insgesamt als Erfolg.

Expert ging als Sieger aus der Kundenbefragung hervor und erreichte als einzige Kooperation das Qualitätsurteil „sehr gut“. Die Einkaufsgemeinschaft für Unterhaltungselektronik erzielte in sechs von acht Teilkategorien die höchste Punktzahl. Die Entscheider bewerteten besonders das Know-how und den Erfolg der Zusammenarbeit als „sehr gut“. Der Einrichtungspartnerring VME, eine Kooperation für Möbelhändler, wurde Zweiter. Unter anderem überzeugte die Verbundgruppe die Befragten mit einer hohen Kundenorientierung und ausgeprägtem Know-how. Der Drittplatzierte Sanacorp war nicht nur die am besten bewertete Apothekenkooperation im Test, sondern setzte sich auch in den Bereichen Kundenorientierung und Beschwerdemanagement an die Spitze im Gesamtfeld.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität führte eine Untersuchung zur Zufriedenheit von deutschen Unternehmensentscheidern mit Einkaufsgemeinschaften aus den Branchen Apotheken, Möbel und Unterhaltungselektronik durch. Mit der telefonischen Befragung von 237 Entscheidern beauftragte das Hamburger Institut den Feldspezialisten Krämer Marktforschung. Im Fokus standen die Meinungen zu den Aspekten Kundenorientierung, Know-how, Leistung, Konditionen und Erfolg.


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