Marketing & VertriebDeutsche rechnen 2014 mit höherem Lebensstandard

Dies ergab eine Erhebung des CreditPlus Verbraucherindex. Aktuell gehen nur noch 19 Prozent davon aus, dass sich ihr persönlicher Lebensstandard verschlechtern wird. Somit erreicht der CreditPlus Verbraucherindex im Frühjahr 2014 wieder den Höchstwert von 105 Punkten.

Generelle Lust auf Konsum ist gesunken

Dass der Index-Wert nicht noch höher ausfällt, liegt an der gemäßigten allgemeinen „Kauflaune“ der Deutschen. Während sie in Bezug auf bestimmte Produktkategorien wie Reisen und Möbel eine hohe Kaufbereitschaft zeigen, ist die generelle Lust auf Konsum im Vergleich zum Vorjahr gesunken: 45 Prozent der Verbraucher steht der Sinn aktuell nicht danach, Geld auszugeben.

Die Pläne zu größeren Anschaffungen insbesondere in den Bereichen Möbel und Reisen sorgen für einen weiterhin hohen „Branchen-Index“-Wert von 106 Punkten – dem zweithöchsten Wert seit Beginn der Untersuchung im Frühjahr 2006.

Seit 2006 ist die Anzahl der Verbraucher, die optimistisch auf ihr Haushaltseinkommen blicken, von 61 Prozent auf 77 Prozent nahezu kontinuierlich angestiegen. Die allgemeine Konsumneigung unterlag dagegen großen Schwankungen, so wie auch im letzten Halbjahr:

Seit Herbst 2013 ist die Anzahl der Befragten, die in Konsumlaune sind, von 58 auf 52 Prozent gesunken. Davon haben 37 Prozent auch nur eingeschränkte Konsummöglichkeiten – mehr als je zuvor seit Studienbeginn 2006. Auch die Gruppe derjenigen, die weder Lust noch Geld haben, ist mit zehn Prozent auf dem höchsten Stand seit Frühjahr 2010.

Bei Familien ab drei Personen zeigt sich eine überdurchschnittlich hohe Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit: So übersteigen in 41 Prozent der Haushalte mit 3-4 Personen die Konsumwünsche die Mittel. In keiner anderen Haushaltsgröße ist die Diskrepanz so groß. Dabei müssen neue Möbel, Elektrogeräte oder ein Auto in dieser Konsumentengruppe häufiger angeschafft werden als in kleineren Haushalten.

Männer und junge Verbraucher rechnen mit besserem Lebensstandard

Dennoch wird allgemein Optimismus verspürt. Im Vergleich der Geschlechter zeigt sich, dass mit 80 Prozent der Anteil der optimistischen Männer um sechs Prozent höher liegt als der Anteil optimistischer Frauen (74%). Trotzdem ist die Konsumneigung weiblicher Verbraucher mit 54 Prozent um drei Prozentpunkte höher als bei den Herren – obwohl 41 Prozent der Frauen nur eingeschränkte Konsummöglichkeiten haben (Männer: nur 33%).

Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt, dass Verbraucher von 14 bis 34 Jahren am optimistischsten sind (83% Optimisten). Die Befragten im Alter von 55+ zeigen zwar mit 72 Prozent den geringsten Optimismus – dafür hat sich die Stimmung in dieser Gruppe mit sieben Prozent am stärksten aufgehellt. Pessimistisch sind nur noch 23 Prozent der über 55-Jährigen (Herbst 2013: 31%).

Anschaffungspotenzial ist gleichbleibend hoch

Beim Blick aufs Budget für spontane größere Ausgaben zeigt sich, dass die Bundesbürger über ein relativ hohes Konsumpotenzial verfügen. Mehr als ein Viertel der Verbraucher (27%) hat die Möglichkeit, kurzfristig auf mindestens 2.500 Euro zurückzugreifen – ähnlich wie im Herbst 2013 (26%). Jeder dritte Verbraucher hat ein mittleres Anschaffungspotenzial und kann kurzfristig einen Betrag zwischen 625 Euro und 2.499 Euro abrufen. Jeder Vierte verfügt immerhin über ein geringes Polster von bis zu 624 Euro. Demgegenüber stehen lediglich zwei Prozent der Befragten, die gar kein Budget für Spontankäufe zur Verfügung haben.

Möbel und Reisen sind die beliebtesten größeren Anschaffungen

Möbel und teure Reisen führen die Rangliste der konkret geplanten größeren Konsumausgaben an. Vor allem die Reiselust ist gestiegen: Jeder fünfte Deutsche beabsichtigt, in den nächsten drei Monaten mehr als 1.250 Euro für eine Reise auszugeben. Dies ist ein Anstieg von fünf Prozent innerhalb eines halben Jahres – nicht verwunderlich, denn in so manchem Unternehmen müssen mehrwöchige Urlaube zu Beginn des Jahres schon beantragt und somit auch geplant werden. Der Rekordwert von 23 Prozent im letzten Jahr konnte aber nicht wieder erreicht werden.

21 Prozent der Befragten planen außerdem den Kauf von Möbeln (Herbst 2013: 17%). Frühjahrsbedingt zieht auch das Interesse an einem neuen Auto oder einem Motorrad etwas an. Keine Steigerung gab es hingegen bei der Kaufbereitschaft von Elektrogeräten über 500 Euro. Mit aktuell 14 Prozent liegt dieser Wert seit Frühjahr 2012 auf einem Level.


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