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Grundlagen der Kommunikation

Lange Zeit hat sich die Kommunikationsforschung vorwiegend an technischen Prozessen (Rundfunk, Funkverkehr) orientiert und die Übermittlungswege einer Nachricht untersucht.

Man ging einfach davon aus: Der Sender einer Information hat eine bestimmte Idee oder Absicht, die er dem Empfänger vermittelt; dieser schlüsselt die Nachricht auf und erkennt ihre Bedeutung. Mittlerweile wissen wir, dass Kommunikation ein vielschichtiger Prozess ist, in dem auch persönliche und soziale Faktoren einfließen.

Die Botschaften, die eine Nachricht enthält, sind komplex und nicht immer einfach zu durchschauen. Dies ist eine wesentliche Ursache dafür, dass Kommunikationsprozesse häufig als schwierig und anstrengend erlebt werden. Nicht umsonst heißt es:

  • Gesagt bedeutet nicht zwingend gehört
  • Gehört bedeutet nicht zwingend verstanden
  • Verstanden bedeutet nicht zwingend einverstanden
  • Einverstanden bedeutet noch lange nicht angewendet
  • Angewendet bedeutet noch lange nicht behalten

Junge Führungskräfte benötigen sowohl Kenntnisse über Rhetorik als auch über Kommunikation. Sie sollten gute Reden oder Vorträge halten können, aber auch im Team gut kommunizieren können. Wer darin nicht geschult ist, sollte dringend die Hilfe von Profis suchen (Mentoren, Coachs, Kommunikationstrainer).

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Führungskräfte ohne kommunikative und rhetorische Kompetenzen werden in der heutigen Arbeitswelt scheitern, und ihnen sind weitere Karrieremöglichkeiten verschlossen.

Grundregeln der Kommunikation

Der renomierte Sozialwissenschaftler und Psychologe Paul Watzlawick kam zu der Erkenntnis , dass es schwer ist, richtig zu kommunizieren, und dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren. Darauf aufbauend entwickelte der Kommunikationsforscher zwei Grundregeln der Kommunikation, die in allen zwischenmenschlichen Kontakten zur Geltung kommen.

Regel 1: Es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren

In der Gegenwart eines anderen Menschen hat jedes Verhalten eine bestimmte Bedeutung für die Kommunikation. Wir kommunizieren auch dann, wenn wir nichts sagen, weil wir körpersprachliche Signale an andere vermitteln.

Sitzen wir etwa im Wartezimmer eines Arztes und möchten in Ruhe gelassen werden, wenden wir automatisch bestimmte Verhaltensweisen an: Wir schauen auf den Boden, an die Wand, aus dem Fenster oder verstecken uns hinter einer Zeitung. Damit signalisieren wir, dass wir unansprechbar für andere sein wollen.
Ein zweites Beispiel: Wir treffen zufällig auf der Straße einen guten Freund. In diesem Fall wird unsere Körpersprache Offenheit und Nähe demonstrieren. Auch wenn die Mehrzahl der vorbeieilenden Passanten diesem Geschehen keine Beachtung schenkt, so können aufmerksame Beobachter dennoch registrieren, dass sich hier zwei Personen unterhalten, die sich mögen.

Regel 2: Jede Kommunikation hat Inhalts- und Beziehungsaspekte

In jeder Kommunikation spielen sowohl Inhalts- als auch Beziehungsaspekte eine Rolle. Lange Zeit ging man davon aus, dass Kommunikation primär der Vermittlung von Informationen dient. Die Diskussionsinhalte galten als das wichtigste Kernstück jeder Kommunikation.
Diese Einstellung wurde durch Watzlawick und andere Kommunikationswissenschaftler relativiert. Sie fanden heraus, dass in jeder Kommunikation mindestens zwei Aspekte – Inhalt und Beziehung – auftreten. In einem Gespräch geht es nie ausschließlich um Sachthemen (siehe dazu auch Die Dimensionen einer Nachricht – das TALK-Modell).
Oft unbemerkt, aber stets unvermeidlich spielt in jedem Kommunikationsprozess die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern eine wichtige Rolle. Wer mit anderen kommuniziert, definiert zugleich auch eine Beziehung zu dieser Person. Dies soll an zwei Beispielen erläutert werden.

Quelle: Ruth Pink, Souveräne Gesprächsführung und Moderation

ISBN: 3593368269


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