Finanzen

Grundregeln für den Börsenerfolg

1. Der Experte in eigener Sache: Wer nicht selber das nötige persönliche Basiswissen über die Börse besitzt, muß alles glauben, was ihm Dritte sagen. Ein jeder Investor sollte sich als Ziel setzen, sein Wissen mit der Zeit dahingehend auszubauen, um als Experte in eigener Sache richtige Anlageentscheidungen treffen zu können. Arbeiten Sie daran, Sachverhalte richtig zu analysieren, um unabhängig von den oft selbst ernannten Börsenpropheten zu sein.

2. Ein breit gestreutes Depot: Handeln Sie wie die Börsenprofis und vermeiden Sie durch ein breit gestreutes Aktienportefeuille Ihr Verlustrisiko. Achten Sie darauf, dass nicht nur ein erstklassiger Aktienwert oder eine erstklassige Anleihe in Ihrem Depot liegt, sondern mehrere Werte verschiedener Länder und Branchen.

3. Die richtige Entscheidung: Warten Sie auf den richtigen Zeitpunkt, und kaufen Sie nicht, wenn Ihnen gerade liquide Mittel zur Verfügung stehen. Planen Sie langfristig und laufen Sie nicht den Trends hinterher, die gerade in Mode sind. Häufig endet dies dann so, dass man zu spät auf den im Volldampf fahrenden Zug aufgesprungen ist. Oft lohnt es auch antizyklisch zu handeln, d.h. die Aktienwerte zu kaufen, deren grundsätzliche Unternehmensstory stimmt, aber die sich momentan nicht Lieblinge der Börsianer nennen dürfen.

4. Setzen Sie Stopp- Kurse: Vor jedem Aktienengagement sollten Sie sich überlegen, wie viel Prozent Verlust für Sie akzeptabel sind. Denken Sie daran: Die ersten Verluste sind die geringsten! Setzen Sie sich einen Stopp-Kurs, zu dem Sie die Aktie verkaufen wollen, sobald ihr Wert unter diesen gesetzten Kurs fällt. Den meisten Anlegern fällt es schwer, sich an diese Grundregel zu halten, da es sich nicht mehr um einen theoretischen sondern um einen realisierten Verlust handelt. Ein bewährter Trick bei der Risikominimierung ist, zunächst zehn Prozent Ihres Anlagekapitals in einen Einzelwert zu investieren. Setzen Sie dann einen Stopp- Kurs, der zehn Prozent unter dem Einstandspreis des Aktienwertes liegt. Sollte der Stopp- Kurs erreicht werden, verlieren Sie dann nur maximal ein Prozent Ihres Anlagekapitals.

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5. Üben Sie Geduld: Sollten Sie Ihre Anlageentscheidung aufgrund von fundamentalen Kriterien wie z.B. Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der Leitzinsentwicklung getroffen haben, zahlt sich meist die Geduld aus. Denn wie Börsenaltmeister Andre Kostolany schon sagte, gilt an der Börse die Formel: 2 + 2 = 5 – 1. Diese Formel besagt, dass der Investor der Börsenentwicklung oftmals einen Schritt voraus ist, und die faire Bewertung sich noch nicht im Kurs der Aktie widerspiegelt. Solange die fundamentalen Kriterien nach wie vor für die Aktie sprechen und der Stopp- Kurs nicht unterschritten wird, lehnen Sie sich geduldig zurück, bis sich Ihre Prognose in bare Münze auszahlt.

6. Behalten Sie die Kontrolle über Ihr Depot: Achten Sie darauf, dass Ihr Depot stets übersichtlich ist. Grundsätzlich sollte der Depotbestand eines Privatanlegers nicht mehr, als zehn verschiedene Einzelwerte enthalten – es sei denn, es steht ausreichend Zeit zur Verfügung, sich intensiv um das Börsengeschehen zu kümmern. Setzen Sie sich immer wieder mit den Einzelwerten ihres Depots auseinander und prüfen Sie, ob die Aktien zu den aktuellen Kursen weiterhin kaufenswert sind. Werte, welche der erneuten Überprüfung nicht standhalten, müssen konsequent – sei es auch mit Verlust – verkauft werden.

7. Lassen Sie Ihre Gewinne laufen Viele Anleger neigen dazu, bereits geringe Kursgewinne von nur 5 bis 10 Prozent zu realisieren. Aber wegen einer solch geringen Gewinnspanne braucht man als Anleger nicht die Risiken eines Aktienengagements in Kauf zu nehmen. Lassen Sie Ihre Gewinne laufen, denn die Börse honoriert Kursentwicklungen, sowohl nach oben als auch nach unten stärker, als es von den fundamentalen Daten zu erwarten wäre

8. Der Steuervorteil: Kursgewinne, die nach einem Jahr und einem Tag erzielt werden, sind steuerfrei. Es lohnt sich also, Aktienwerte erst nach Ablauf der Spekulationsfrist zu verkaufen, um den Staat nicht mit 30 Prozent an Ihren Gewinnen teilhaben zu lassen.

9. Seien Sie ständig informiert: Um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, müssen Sie stets mit den neusten Informationen Ihrer im Depot befindlichen Aktiengesellschaften vertraut sein. Deshalb sollten kleine Unternehmen, über die man nur schwer an Informationen gelangt, grundsätzlich nicht als ein Investment in Frage kommen. Viele Anleger haben mit solchen Aktien, in der Hoffnung den schnellen Euro zu machen, schon sehr viel Geld verloren.

10. Lernen Sie aus Ihren Fehlern: Sie können ihr Börsenwissen mit noch soviel Theorie anreichern, doch der beste Lehrmeister ist immer noch die persönliche Erfahrung, die Sie in der Praxis sammeln. Sollten Sie als Börsianer eine Fehlentscheidung getroffen haben, analysieren Sie diese genauestens. Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, weshalb die Börse nicht so reagierte, wie Sie es erwartet haben. Sehen Sie den Fehler als Erfahrungswert, mit dem Ziel, diesen nicht ein zweites Mal zu begehen.

11. Verwenden Sie niemals verplantes Geld
Spekulieren Sie niemals mit Geld, das Sie für Investitionen in naher Zukunft benötigen. Schon durch den psychologischen Druck, daß das Geld für eine Anschaffung wichtig ist und auf keinen Fall weniger werden darf, fallen meist vernünftige klare Anlageentscheidungen schwer.

12. Folgen Sie niemals blind irgendwelchen Empfehlungen:
Schon immer war ein Börsianer besser beraten, wenn er seine Kaufentscheidungen nicht aufgrund von Gerüchten oder »heißen Tipps« fällt. Werden Sie selber zum Experten in Sachen Börse, so dass Sie selbständig eine Anlageentscheidung treffen können. Setzen Sie sich kritisch mit der Empfehlung auseinander, und stellen Sie sich die Frage, ob der Empfehlende nicht selber hieraus Profit erzielen möchte.

13. Werden Sie niemals übermütig:
Achten Sie darauf, auch mal einen Gewinn zu realisieren. Denn häufig folgen auf extreme Kursausschläge technische Reaktionen in die Gegenrichtung. Sicherlich gibt es Beispiele wie jemand mit 100 Euro Startkapital Millionär geworden ist, aber dies ist eher die Ausnahme als die Regel. Vergessen Sie nicht, wie lange Kapital auf dem Sparbuch benötigt, um eine Rendite von 20 Prozent zu erzielen. Sehen Sie daher auch kleinere Gewinne als Erfolg an.

14. Kaufen Sie keine Aktien, die optisch billig sind:
Vermeiden Sie Aktien zu kaufen, die von ihrem Höchstkurs bereits 20 oder mehr Prozent gefallen sind, in der Hoffnung, dass der Kurs bald wieder dort hinsteigt, wo er herkommt. Denn meist hat es seinen Grund, wenn ein Aktienkurs rapide einbricht. Beispielsweise könnten sich die fundamentalen Daten der Aktiengesellschaft drastisch verschlechtert haben, oder Insider wissen bereits mehr als das breite Börsenpublikum.

15. Seien Sie nicht in Ihrem Stolz verletzt:
Sobald Sie merken, dass Sie eine Fehlentscheidung beim Aktienkauf getroffen haben, seien Sie so ehrlich zu sich selber und revidieren Sie Ihre Anlageentscheidung umgehend. Auch wenn das nun für Sie »Verluste realisieren« bedeutet, ist das Ziehen der Notbremse für den langfristigen Börsenerfolg unumgänglich.

16. Verschieben Sie nicht die Verantwortlichkeiten:
Suchen Sie keinen Dritten, den Sie für Ihre Kursverluste verantwortlich machen, sondern suchen Sie den Fehler bei sich selbst mit dem Ziel, diesen nicht ein zweites mal zu begehen. Wer keine Verantwortung übernehmen will, sollte die Finger von der Börse lassen!

17. Verwerfen Sie nicht Ihre persönliche Anlagestrategie:
Ein jeder Investor sollte, angelehnt an seinen persönlichen Anlagezielen, eine eigene Strategie für seinen Börsenerfolg entwickeln. Schreiben Sie Ihre Strategie nieder und halten Sie sich diese in regelmäßigen Abständen vor Augen. Treffen Sie Ihre Entscheidungen konsequent nach Ihrer Anlagestrategie und verfeinern Sie diese durch die im Laufe der Zeit gewonnen Erfahrungen.

18. Spekulieren Sie niemals auf Kredit:
Auch wenn es verlockend ist, die Gewinnchancen durch einen höheren Kapitaleinsatz zu steigern, kann der Versuch, diesen sogenannten Leverage-Effekt auszunutzen, schnell schief gehen. Dies ist der Fall, sobald die Börsenkurse sinken. Um den Kredit nicht zu gefährden, wird in der Regel ab einem bestimmten Verlust Ihr Wertpapierdepot »zwangsverkauft«. Was bleibt, ist ein Berg voller Schulden.

Autor: Philip Fischer


1Kommentare

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  1. 1 Tim Schäfer | 11. Januar 2010

    Super Tipps. Sehe ich auch so. Nur bei Punkt 14 stimme ich nicht zu, mit optisch niedrigen Kursen, etwa Pennystocks, kann man jede Menge Geld verdienen. Auch Profis mischen hier mit. Peter Lynch hatte etliche Pennystocks in seinem Depot. Er entwickelte den Begriff des Ten Baggers, des Verzehnfachers. Ein paar weitere Tipps finden Sie auf meiner Webseite http://www.t-s-media.com