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Höflichkeit macht erfolgreicher

Denn fast alle, die sich darüber erregen können, wenn sie im Restaurant unfreundlich behandelt, von einem Verkäufer im Geschäft unhöflich abgekanzelt oder von einem Kollegen rüde angemault werden, sind davon überzeugt, dass sie selbst gute Manieren haben und überhaupt freundliche und angenehme Zeitgenossen sind.

Doch viele Menschen halten selbst manchmal die Regeln der Höflichkeit und des guten Benehmens nicht ein – und merken es nicht einmal! Ständig neue Forderungen, wie plötzlich beim Niesen nicht mehr Gesundheit zu sagen, sondern vom Niesenden zumindest ein „Entschuldigung“ zu erwarten, bringen mehr Irritation als Sicherheit. Die Folge: Wir sind so oft verunsichert, dass wir dazu tendieren, uns aufgesetzt und unnatürlich zu verhalten. Auf der anderen Seite erleichtert den Umgang mit anderen Menschen aber auch nichts so nachhaltig, wie höfliches, freundliches, aufmerksames und respektvolles Verhalten.

Was ist Höflichkeit?

Höflichkeit ist mehr als Benimm-Regeln und gute Manieren: Höflichkeit repräsentiert auch ein Unternehmen, das eine Kultur des respektvollen Miteinanders nach innen und nach außen „lebt“, die Führungskraft, die ihren Mitarbeitern auch ein „moralisches Vorbild“ ist, die Mutter, die ihren Kindern neben Selbstbewusstsein und Willenstärke auch Herzenswärme, Toleranz und Großzügigkeit vermittelt.

Höflichkeit hat viele Facetten, vor allem aber ist sie das Gegenteil von Rücksichtslosigkeit. Doch die gesellschaftlichen Regeln und Normen des guten Benehmens galten in den modernen westlichen Gesellschaften lange Zeit als überholt und antiquiert. Seit einigen Jahren allerdings erlebt Höflichkeit eine Renaissance. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Toleranz und Akzeptanz gelten wieder als geschätzte Tugenden und spielen auch als berufliche Qualifikation eine wichtige Rolle.

Warum Höflichkeit erfolgreicher macht?

Höfliche Menschen haben es leichter, an die begehrten Jobs zu kommen und in den Unternehmen die Karriereleiter hoch zu klettern. Denn Höflichkeit gilt als Indikator für die Fähigkeit zur Kommunikation. Wer die Regeln des guten Benehmens beherrscht, der kann besser mit anderen reden, Kontakt aufnehmen, im Gespräch argumentieren. Er verfügt über Schlüsselqualifikationen – so genannte „Soft Skills“ –, die im Berufsleben immer wichtiger werden.

Deshalb ist es so wichtig, seine Höflichkeits-Kompetenz, seinen „Höflichkeitsquotienten“ zu steigern. Die folgende Übung soll Ihnen dazu einige Anregungen geben. Nehmen Sie einen Stift und ein Stück Blatt Papier zur Hand und beantworten Sie sich bitte die folgenden Fragen:

  1. Bei welchen drei Situationen in den letzten Wochen habe ich mich anderen gegenüber besonders höflich (freundlich, respektvoll, rücksichtsvoll) verhalten?
  2. Zu welchen Ergebnissen führte mein Verhalten (z.B. Verkaufsabschluss, motivierte Mitarbeiter, Beendigung einer Meinungsverschiedenheit)?

Sie wissen: So wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus. Je freundlicher Ihr Umgang mit anderen wird, desto freundlicher, hilfsbereiter und höflicher werden die Menschen mit Ihnen umgehen. Einen freundlichen Menschen beleidigt man nicht (oder zumindest nicht so schnell), einem höflichen Menschen schlägt man keine (oder zumindest nur selten) Wünsche aus. Höflichkeit kann auch unerfreulichen und traurigen Situationen die Schärfe nehmen.

Die höfliche Anteilnahme gegenüber Hinterbliebenen nach dem Tod eines Angehörigen, der freundliche Handschlag des Gegners nach einer Niederlage im Sport, die nette Geste, die Trost, Zuneigung, Verbundenheit, Anteilnahme signalisiert – Höflichkeit ist viel mehr als gute Umgangsformen, Höflichkeit ist die Grundlage jedes auf Respekt und Verständnis basierenden menschlichen Miteinanders. Und wie so vieles ist auch Höflichkeit erlernbar und trainierbar. Niemand von uns ist als unhöflicher oder als höflicher Mensch auf die Welt gekommen! Jeder ist entweder das eine oder das andere geworden.


Nikolaus B. Enkelmann

Über den Autor Nikolaus B. Enkelmann

Nikolaus B. Enkelmann ist der bekannteste Erfolgsphilosoph und Rhetoriktrainer im deutschsprachigen Raum und Geschäftshührer des Enkelmann-lnstitut.

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